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Nachträgliche Kellerabdichtung

31.07.2014

Abplatzende Farbe an den Kellerwänden, Salzausblühungen und abfallender Putz: All das sind sichere Zeichen für Feuchtigkeit in der Kellerwand. Was gilt es nun zu tun, um mittel- und langfristige Durchfeuchtungsschäden an der Bausubstanz zu vermeiden?



Wer ein Haus gekauft hat, das schon seit einigen Jahren steht, kann unter Umständen auch mit der Notwendigkeit einer nachträglichen Außenabdichtung des Kellers konfrontiert werden.  
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Foto:  Thinkstockphotos, Zoonar, Zoonar RFHalten dicht: Produkte nach DIN 18195
Wer seinen Keller nachträglich dauerhaft vor Einfeuchtungen schützen möchte, kommt um die „große Lösung“ nicht herum: Die Entfernung des Erdreichs rund um das Haus, um die Kelleraußenwände freizulegen. Ist dies geschehen, ist es ratsam, Produkte zu verwenden, die sich in der DIN-Norm 18195 „Bauwerksabdichtung“ wiederfinden.

Dazu gehören Bahnen von Abdichtungsstoffen, starre oder flexible Dichtungsschlämme sowie Sperr- und Ausgleichsputze („Egalisierungsputze“). Nachdem das Mauerwerk freigelegt und gereinigt wurde, kommen sie zuerst zum Einsatz, um offene Fugen und Mauerausbrüche zu verschließen, Hohlräume zu verfüllen und zu glätten. 



Danach folgt das Auftragen der Dichtungsschlämme, gefolgt von der Versiegelung mit einer Bitumen-Dickbeschichtung (kunststoffmodifizierte Bitumenemulsionen, „KMB“). Wichtig bei diesem Arbeitsgang ist die Anzahl der Beschichtungen – sie hängt von der Art und dem Grad der Durchfeuchtung (dem sogenannten „Lastfall“) ab. Der Lastfall sollte auf jeden Fall von einem Fachmann für Bautenschutz und Bausanierung definiert werden, denn von seinem Schweregrad ist das Ausmaß der Arbeiten abhängig. 



Die Bitumen-Dickbeschichtung wird in zwei bis drei Lagen nacheinander aufgetragen, und je nach Lastfall wird ein Gewebe eingebettet. Bei allen Arbeitsgängen ist die empfohlene Trocknungszeit der einzelnen Schichten unbedingt zu beachten, um ein optimales Dichtungsergebnis zu erzielen. Weiterhin muss eine aus wasserabweisenden und druckbeständigen Dämmplatten bestehende Perimeterdämmung auf die Bitumen-Dickbeschichtung gesetzt werden. 

Wichtig ist auch, dass die Abdichtung außen von der Unterkante der Bodenplatte bis knapp über die Geländeoberkante reicht, um eine optimale Außenabdichtung des Kellers zu erzielen.


Auch sollte dabei die vertikale Abdichtung der Kellerwand mit den Abdichtungen der horizontalen Flächen verbunden werden.



Alternative ohne Aushub: Die Innenabdichtung per Injektion


Am besten ist es natürlich, bereits beim Neubau eines Hauses für eine professionelle Außenabdichtung der Kellerräume zu sorgen. 
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Foto: Thinkstockphotos, iStock, ideeoneWenn ein Bodenaushub etwa aufgrund der Nähe zum Nachbargrundstück oder durch den Baumbestand nicht möglich oder gewünscht ist, empfiehlt sich unter anderem eine Innenabdichtung („Negativabdichtung“) des Kellers per Injektionsverfahren. Hierbei wird ein Gel mit Hochdruck mittels einer Art Ventil („Packer“) durch eine Bohrung hinter die Wand gepresst.

Dort vermischt sich das aus Silikonölemulsionen, flüssigem Paraffin oder Polyurethanharzen bestehende Gel mit dem umgebenden Erdreich und bildet so mit ihm eine grundwasserneutrale, wasserdichte, druckfeste und einheitliche Masse vor der äußeren Kellerwand.

Das ursprünglich aus dem Tunnel- und U-Bahnbau stammende Injektionsverfahren eignet sich neben der Innenabdichtung von Kellerräumen auch für die Verpressung von Fugen und Rissen.

Weitere Informationen übers Renovieren vom Keller bis zum Dach erhalten Sie beispielsweise bei gutefrage.net oder einem der zahlreichen anderen Fachportale im Netz.



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