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Sanierung der Fassade

23.01.2019

Die Energiepreise haben stark angezogen. Wer sich vor Kostensteigerungen
schützen möchte, kann die Fassade seines Hauses dämmen lassen. Dies
reduziert Heizwärmebedarf und Emissionen, verbessert den Wohnkomfort und
steigert den Wert des Eigenheims.

Fassadensanierung. Foto: Tom Philippi
Das Wärmedämmverbundsystem ist die am häufigsten angewandte Methode bei der Fassadendämmung. Die Dämmelemente aus Polystyrol-Hartschaum werden hier direkt auf die Fassade geklebt und später verputzt. Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel

Die Ölscheichs reiben sich die Hände. Seit Januar 2016 ist der Preis für einen Liter Heizöl von 39 Cent auf heute rund 85 Cent gestiegen – eine glatte Verdoppelung in zwei Jahren. Das heißt: Heizen wird teurer und sinkende Ölpreise sind derzeit nicht absehbar. Schon allein diese Tatsache sollte Althausbesitzer zum Umdenken bringen. Hinzu kommt: Die Verbrennung von fossilen Energieträgern wie Öl, Gas und Kohle produziert Kohlendioxid, was dem Weltklima schadet. Nur eine energetische Sanierung schützt Eigentümer von Bestandsimmobilien vor langfristig steigenden Energiepreisen. Ein Blick auf die Fakten: Heizung und Warmwasser sind mit fast 80 Prozent Anteil am Endenergieverbrauch der größte Energiefresser im Haus.

Warum ist Dämmung einer Fassade wichtig?

Für eine energetische Ertüchtigung mit Fassadendämmung sprechen mehrere Gründe: Mit einer guten Wärmedämmung der Gebäudehülle im Zusammenspiel mit effizienter Heiztechnik lässt sich der Energiebedarf eines Eigenheimes spürbar senken. Beleg: Die Deutsche Energie-Agentur untersuchte 350 Wohngebäude, deren Heizenergieverbrauch nach der Sanierung (ab 2003) um 76 Prozent von 223 auf 54 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr sank. Gleichzeitig ist nicht von der Hand zu weisen: Ein besserer Wärmeschutz steigert den Wert der Immobilie und fördert zudem ein angenehmes und gesundes Wohnklima, da die Wärmedämmung auch Schutz vor allzu großer Hitze im Sommer bietet.

Dämmen einer Hauswand
Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen haben sich auch an der Fassade etabliert, wie hier Holzfaserdämmstoff. Verband Holzfaser Dämmstoffe

Wann ist eine Dämmung der Fassade sinnvoll

Die Frage ist also nicht ob, sondern wann eine Dämmung de Fassade sinnvoll ist und wie sie vorbereitet werden sollte. Beim Altbau ist die
Koppelung von Energiesparmaßnahmen mit ohnehin anstehenden Modernisierungs- und Instandhaltungsarbeiten der kostenoptimale Zeitpunkt. Soll beispielsweise der Putz erneuert oder Fenster ausgetauscht werden, entstehen Kosten für Baustelleneinrichtung, Gerüst, Putz, Fensterbänke, etc. Die Mehrkosten für die zusätzliche Dämmung sind überschaubar und amortisieren sich, wie Studien des Forschungsinstituts für Wärmeschutz (FIW), des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), des Instituts Wohnen und Umwelt (IWU) und der KfW-Förderbank belegen. Dennoch gilt: Vor der Therapie kommt eine gründliche Diagnose.

Sanierungsplan für die Fassade

Daher ist die Verpflichtung eines neutralen qualifizierten Energieberaters ratsam, der einen maßgeschneiderten Sanierungsplan für das Haus entwickelt. Als „Anwalt“ des Bauherrn übernimmt er auch die professionelle Baubegleitung und informiert über die Fördermittel. Beide Dienstleistungen werden von der staatlichen KfW-Förderbank bezuschusst.

Häufig wird gefragt, wann sich energetische Maßnahmen besonders lohnen und amortisieren.
Hier gilt der Grundsatz: Je älter ein Haus, desto lohnenswerter sind Dämmmaßnahmen.

In eine Amortisationsrechnung ist aber nicht nur die Heizkos­tenersparnis einzurechnen. Berücksichtigt werden müssen darüber hinaus die KfW-Fördermittel, die man als Bauherr erhält und die Steuerersparnis. Der größte Posten dürfte allerdings die Wertsteigerung sein, die das Gebäude durch die energetische Sanierung erfährt. Wie hoch die Wertsteigerung ist, hängt auch von der Lage des Eigenheims ab. Unter dem Strich dürften sich die Fassadendämmung und andere Maßnahmen aber nach einigen Jahren rechnen.