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Haus mit Fenstern umgestaltet

09.07.2018

Substanziell bewahrt, sensibel optimiert und schick neu interpretiert  – so stellt sich dieses Wohngebäude nach einer Generalsanierung dar. Beispielhaft, wie der örtliche Baustil auch durch moderne Fenster seinen Charme ausspielen kann.

Schüco Haus mit Fenstern umgestaltet

Foto: Schüco

Nicht nur Lage und Grundstück, sondern auch das Bestandshaus selbst hatten die Baufamilie fast auf den ersten Blick überzeugt. In Grundriss, Substanz, Raumhöhe und -aufteilung erschien es ihr ideal für die Anforderungen einer fünfköpfigen Familie – daher die Entscheidung für eine Modernisierung bzw. Kernsanierung. Die komplette Außenhülle wurde mit mehr und größeren Fensterflächen sowie einem Wärmedämm-Verbundsystem ausgestattet, Elektro- und SHK-Installation wurden vollständig erneuert, das Dach komplett neu aufgebaut und auf allen drei Ebenen passte man die Raumaufteilung den individuellen Bedürfnissen an. Es entstanden auf drei Ebenen 240 Quadratmeter lichtdurchfluteter, zeitgemäß funktionaler Wohnraum, der einem Neubau in nichts nachsteht. Hinzu kommt der besondere Charme einer gelungenen Neuinterpretation des ortsüblichen, zum Teil denkmalgeschützten Baustils.

Unter Berücksichtigung des Bestands wurden mehr und deutlich größere Lichtöffnungen vorgesehen, um alle Wohn- und Nutzbereiche mit ausreichend Tageslicht zu versorgen und vielerorts Ausblicke auf Garten und Baumbestand zu ermöglichen. Man entschied sich für hoch wärmegedämmte Aluminium-Profilsysteme mit Dreifach-Isolierverglasungen.

Die Entwurfsplanung enthielt schmale, hochformatige Stulpfenster, Kombinationen von Stulpfenstern und Festfeldern sowie großflächige Hebe-Schiebetürsysteme und Festverglasungen. Und auch die Haustür mit angrenzendem verglasten Festfeld konnte innerhalb der gewählten Profilausführung realisiert werden.

 

Fensterprofile als tonangebende Bauelemente

Farben, Strukturen und Materialien widmete man besondere Aufmerksamkeit. Das farbliche Leitmotiv entwickelte sich dann aus der Pulverbeschichtung der Fensterprofile, sowie einiger individuell gefertigter Verkleidungsbleche. 

Variationen aus dem Spektrum zwischen Weiß und Schwarz findet man im Außenbereich im Dialog von hellem Silikatputz mit den metallisch-graubraun beschichteten Fensterprofilen und Verkleidungen, den mattschwarz engobierten Dachziegeln sowie den hellen Betonplatten und Rheinkies-Rahmungen.

Fensterlaibungen, die durch das Wärmedämmverbundsystem in der Fassade entstanden, wurden flächenbündig mit außenliegendem Sonnen- und Blendschutz gefüllt. Die Farbe der Lamellen ist hier der Profilfarbe angeglichen.

Bei den Fenstersystemen ist das Stulpfenster ein auf allen Ebenen wiederkehrendes, vertikal strukturierendes Element, das im Erdgeschoss auf der Gartenseite durch geschosshohe ungeteilte Lichtausschnitte von horizontaler Ausdehnung kontrastiert wird. Zwei barrierefreie Hebe-Schiebetürelemente von je 4 Meter Breite und 2,34 Meter Höhe führen aus dem Wohnraum zu den Terrassenflächen, dazwischen wurde ein 6 Meter breites, ungeteiltes Festfeld arrangiert, das die Grenze zwischen Wohnraum und Garten optisch auflöst. Sämtliche zu öffnenden Fenster sind mit verdeckt liegenden Beschlagsystemen ausgestattet, die elegant-funktionalen Aufsteckgriffe sind mit Sperrtasten ausgestattet.

(aus der Zeitschrift Bauen & Renovieren 7/8-2018)

 

Bildergalerie

Symmetrie als gestaltendes Element: Über der zentral angeordneten neuen Eingangstür werden drei Fenster baulich und optisch zu einer Einheit zusammengefasst. Links und rechts schließen diese dann wieder nahezu bündig mit den kleinen Erdgeschoss-Fenstern ab. Foto: Schüco
Straßenansicht nach dem Umbau: Symmetrisch angeordnete Fenster- und Türflächen strukturieren Fassade und Dach. Ein wiederkehrendes Element sind auch hier die schmalen, hochformatigen Stulpfenster. Selbst in der geradlinigen Gaube kommen diese zum Tragen. Foto: Schüco
Gelungene Inszenierung von Fensterflächen: Unten mehr breit und offen, oben filigran unterteilt. Und der Gaubenkasten setzt einen frechen, aber dennoch stimmigen Akzent im historischen Walmdach. Foto: Schüco
Großzügig auch die Verglasung an der Küchenzeile. Mit einem liegenden Glasband und einem Dreh-Kipp-Fenster plus Austritt kommt im Nordbereich viel Tageslicht herein. Foto: Schüco
Großartig und großformatig: Das fast 13 Quadratmeter große, ungeteilte Glas-Festfeld füllt den Raum zwischen Boden und Stahl-Unterzug. Foto: Schüco
Straßenansicht vor dem Umbau: Symmetrisch angeordnete Fenster- und Türflächen strukturierten schon damals Fassade und Dach. Doch insgesamt strahlte das Gebäude wenig Flair und Wertigkeit aus. Ganz anders nach der Sanierung! Foto: Erika Werres
Massivster Eingriff war im Erdgeschossbereich: Hier musste eine solide Stahlkonstruktion eingezogen werden, um das Gebäudeeck freistellen zu können und das Obergeschoss aufzufangen. Doch leidet die Gebäudeansicht dadurch keinesfalls. Foto: Erika Werres
Durch die sorgfältige Planung bei Größe, Feldaufteilung und Positionierung der Lichtöffnungen konnte der ursprüngliche Charakter des Gebäudes erhalten werden. Foto: Erika Werres


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