renovieren.de Renovieren, Modernisieren, Sanieren
Newsletter

Aufrüsten im Schutz gegen Einbrecher

01.03.2017

Einbruchschutz. Foto: somfy

Die Einbruchzahlen steigen von Jahr zu Jahr. Mit mechanischen und elektronischen Sicherheits­maßnahmen können sich Immobilieneigentümer wirksam gegen das Ge­sindel ­schützen. Foto: Somfy

Einbruchschutz sollte bei Haus-und Wohnungseigentümern hohe Priorität haben, rät der Verband Privater Bauherren (VPB). In Zeiten steigender Einbruchzahlen sei das wichtiger denn je. Allein 2015 registrierte die Polizei im Bundesgebiet 167 136 Einbrüche in Häuser und Wohnungen. Das sind fast zehn Prozent mehr als im Jahr 2014. Höchste Zeit also, die eigene Immobilie sicherheitstechnisch aufzurüsten: Mechanischer Einbruchschutz ist dabei das A und O, um Einbrüche zu verhindern. Hausbesitzer können sich an der Widerstandsklasse (Resistance Class = RC) von Bauelementen orientieren. Es gibt sechs Klassen. In der höchsten, RC 6, benötigt der Täter 20 Minuten zum Aufbrechen einer Haustür, weil sie so gut gesichert ist. Nachrüsten lohnt sich, denn die gute Nachricht zur schlechten Statistik: immerhin 42,7 Prozent der Wohnungseinbrüche scheitern – und zwar an guter Sicherheitstechnik oder weil die Täter gestört werden. Das heißt: Wer seine Wohnung schützt und wachsame Nachbarn hat, der muss nicht unbedingt Opfer eines Einbruchs werden.

Einbruchversuche. Foto: Schüco

Haustüren, Fenster und Schiebetüren sind neuralgische Punkte. Sie sollten speziell gesichert werden. Je höher die Widerstandsklasse (RC) dieser Bauelemente ist, desto schwerer tun sich Straftäter mit dem Aufbrechen. Foto: Schüco

 auch interessant: So schützen Sie sich gegen Einbrecher >>

Zahlreiche Einbrüche passieren nach wie vor in der dunklen Jahreszeit und in den Ferienwochen. Meistens sind die Gangster tagsüber aktiv, weil immer mehr Familien ganztags außer Haus sind. Bleiben während ihrer Abwesenheit die
Bade- oder Schlafzimmerfenster gekippt oder wird die Wohnungstür nicht abgeschlossen, sondern nur zugezogen, haben die Einbrecher leichtes Spiel. Hinzu kommt: Bei vielen Immobilien ist an Türen und Fenstern kein ausreichender Einbruchschutz montiert. Selbst wenn scheinbar nichts zu holen ist, verursacht jeder Einbruch Sachschäden. Schwer wiegt für viele Einbruchs­opfer der Schock: Sie fühlen sich in ihren vier Wänden nicht mehr geborgen. Auch das sind gute Gründe, die Wohnung zu sichern.

Merkmale einer Sicherheitstür. Foto: Teckentrup

1: Bänder (Scharniere) - Massive Bänder verhindern das Aushebeln
2: Sicherungszapfen (aus Stahl) - verankert die Tür auf der Bandseite
3: Stahlriegel - Drei Riegel als Schutz vor Aufhebung
4: Schloss - Profilzylinder mit Aufbohr-/Aufziehschutz

Die Polizei rät mindestens zur Widerstandsklasse RC 2 mit entsprechenden Sicherungen. Foto: Teckentrup            

auch interessant: Moderne Hauseingänge >>             

Optimaler Einstieg in die Vorbeugung ist die Beratung. Anlaufstellen sind die Beratungsstellen der Polizei. Entsprechend der jeweiligen Regelung kommen die Fachberater auch ins Haus und beraten am Objekt, individuell und gratis, wie sich das Heim wirkungsvoll schützen lässt. Finanzielle Unterstützung für den Einbau einbruchhemmender Türen, Fenster und Schließtechnik beziehungsweise entsprechender Produkte zum Nachrüsten von Altbauten gibt es über die KfW-Bank. Sie fördert konkrete Einbruchschutzmaßnahmen und zwar sowohl den reinen Einbruchschutz als auch den Einbruchschutz in Verbindung mit dem altersgerechten Umbau der Immobilie.

Wer sich für die zweite Variante entscheidet, der braucht über den Rat der Polizei hinaus auch einen Bausachverständigen, der ihn beim individuellen Abbau von Barrieren berät und ihm hilft, die strengen Auflagen der KfW umzusetzen, erläutert der VPB. Konkret gefördert werden bei Wohnimmobilien der Einbau oder die Nachrüstung von einbruchhemmenden Haus- und Wohnungstüren, von entsprechend gesicherten Fenstern, Gittern und Rollläden. Die KfW unterstützt außerdem die Installation von Einbruchs- und Überfallmeldesystemen, Videokameras mit Personenerkennung bei den Gebäudezugängen, intelligente Türschlösser mit personalisiertem Zutrittsrecht.

Gefördert werden auch Gegensprechanlagen mit und ohne Kamera, Not- und Rufsysteme sowie Bewegungsmelder. Natürlich müssen alle Maßnahmen Bedingungen erfüllen und von Fachunternehmen ausgeführt werden. Selber installieren geht nicht. Die KfW-Mittel gibt es als Zuschuss oder als zinsgünstigen Kredit. Immobilienbesitzer können dazu einen unabhängigen Sachverständigen hinzuziehen, empfiehlt der Verband Privater Bauherren.

auch interessant: Sicherer Schutz vor Einbruch >>

 (aus der Zeitschrift: Althaus modernisieren 2/3-2017) 

 

Bildergalerie - bitte klicken Sie zur Großansicht auf die Bilder

Der verdeckt liegende Beschlag „Avan Tec“ bietet hohen Sicherheitsstandard für Aluminiumfenster, auf Wunsch sogar bis zur Widerstandsklasse RC 3. (Schüco)
Bei der Einbruchhemmung sollten Hausbesitzer die Garage nicht vergessen: Die mechanische Aufschiebesicherung sorgt dafür, dass Garagentore sich verriegeln und praktisch aufhebelsicher sind, sobald das Tor geschlossen wird. (Hörmann)
Trotz Rundum-Spaltlüftung ist das Fenster in dieser Position durch das Verschlusssystem grundgesichert. So lassen sich Räume auch bei Abwesenheit bequem lüften. (Hautau)
Die weitaus meisten Einbruchversuche erfolgen über Fenster und Terrassentüren. Griffe mit Sperrtasten verhindern im Falle des Falles das Drehen des Fenstergriffs. (Unilux)
Einfach, aber effektiv: Mit Gittern sichert man Kellerfenster. (Abus)

Links zu den oben gezeigten Produkten: