Warme Mütze fürs Dach

Im Sommer 2014 erhielt das Fachwerkhaus eine neue Dachdämmung. Fotos RockwoolEin kleines Gebäudeensemble erwartet den Besucher von Architekt Werner Schumacher im idyllischen Reichshof: „Am Anfang stand das 1954 von meinem Vater errichtete Fachwerkhaus ganz im Stil eines alten Siedlungshauses mit quadratischem Grundriss. Dieses erste Gebäude wurde als Wohnhaus genutzt. Es folgte um 1971 ein erster, 1994 ein zweiter Erweiterungsbau“, erläutert der Hausherr.

Als er im Februar 2014 in Köln eine Fachmesse besuchte, war Architekt Werner Schumacher bereits entschlossen, in die Energieeffizienz des ursprünglichen Baukörpers aus dem Jahr 1954 zu investieren. Baujahrtypisch wohnte man in einer nahezu ungedämmten Gebäudehülle: Denn die Außenwände des Fachwerkhauses bestehen zwar aus einem doppelschaligen Mauerwerk, aber nur an einigen wenigen Stellen war vor Jahrzehnten eine dünne Innendämmung aus Mineralwolle angebracht worden. Das rund 300 Quadratmeter große Schrägdach des Wohnhauses blieb gänzlich ungedämmt. „Als dann eine neue Dacheindeckung fällig wurde, war für uns klar: Jetzt nutzen wir die Chance für den Einbau einer Dämmung, um die Energiekosten zu senken und die Wohnbehaglichkeit zu verbessern.“ Ein sinnvolles 
Angebot fand er in der Kooperation des Dämmstoffherstellers Rockwool mit dem Dachziegelspezialisten Nelskamp. Unter dem Dach dieser Initiative vereinen seit  Anfang 2014 beide Unternehmen ihre Kompetenzen für die Planung von Dachaufbauten.

Bei historischem Fachwerk sind die Möglichkeiten einer Dämmung der Außenwände sehr begrenzt. Von außen kann nicht gedämmt werden, da natürlich die Außenanmutung erhalten bleiben soll, eine flächendeckende Innendämmung ist aus bauphysikalischer Sicht manchmal problematisch. Deshalb wurde hier auf eine Innendämmung verzichtet.

Das Holz des alten Dachstuhls war in tadellosem Zustand und konnte nach der Abdeckung der alten Ziegel problemlos als Basis für den neuen Dachaufbau dienen. Als erstes wurde eine 120 Millimeter dicke Zwischensparrendämmung eingebracht. Über die Sparren und die erste Dämmlage verlegte das Team des beauftragten Dachdeckers Oliver Weller anschließend die dreischichtige Luftdichtungsbahn. Zusätzlich wurde das Dach mit 140 Millimeter dicken Aufsparrendämmplatten versehen, sodass die Dachkonstruktion vollflächig wärmegedämmt ist.

Die Aufsparrendämmelemente sind für eine besonders schnelle und zeitsparende Verlegung ausgelegt, denn sie sind bereits werkseitig mit einer diffusionsoffenen Unterdeckbahn kaschiert, die an zwei Seiten überlappt und mit Klebestreifen versehen ist. Um Wärmebrücken, über die viel Heizenergie entweicht, zu vermeiden, haben die Dachdecker auch die Gaubenwangen mit Steinwolle gedämmt. Die Wärmedämmung ist insgesamt so dimensioniert, dass die Anforderungen für eine KfW-Förderung klar eingehalten werden.

Optisches Highlight des neuen Daches


Die Reformziegel „R 13 S“ in altfarben engobiert zeichnen sich durch eine besonders fein strukturierte Oberfläche aus und verleihen dem Dach neuen Glanz.

Hauseigentümer Werner Schumacher wartet indes schon gespannt auf die Heizabrechnung nach dem ersten Winter mit neuem Dach. „Dass mehr Wärme bei niedrigerer Heizleistung in den Wohnräumen bleibt, ist aber schon heute klar zu spüren. Der Wunsch nach mehr Wohnkomfort hat sich damit auf alle Fälle schon einmal erfüllt“, lautet das vorläufige Fazit des Architekten.       

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