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Ein Siedlungshaus renovieren

04.07.2019

Was sich an einem einfachen Siedlungshaus Baujahr 1925 renovieren lässt, zeigt dieses Beispiel am Fuße der Schwäbischen Alb. 
Architekt Dieter Ulrich Rehm bewahrte den Charakter des Bestands und schuf gleichzeitig neue, hohen Wohnwert generierende Strukturen.

Ein Siedlungshaus renovieren. Haus mit großer Holzterasse.
Der auf Gartenniveau abgesetzte Anbau wurde in Holzrahmenbauweise ausgeführt und bildet in seiner Materialität bewusst einen modernen Kontrast zum Bestand.

Mit viel Liebe renovieren

Das Eckgrundstück war attraktiv, die Lage in einem gewachsenen, ruhig gelegenen Gebiet am Fuße der Schwäbischen Alb ebenfalls. Das Haus selber – nun ja: zu klein für eine vierköpfige Familie, und ohne Anbindung an den ungepflegten Garten; innen herrschte muffiges 1970er-Jahre-Flair. Dazu dunkle Flure mit angegliederten Funktionsräumen, die keine räumlichen Bezüge zueinander hatten. Auf den ersten Blick fürwahr kein Traumhaus, dennoch eine Immobilie mit einem gewissen Charme, dem sich die Käufer nicht entziehen konnten. Und den auch Architekt Dieter Ulrich Rehm sehr zu schätzen weiß. Für ihn ist es immer wieder eine spannende Aufgabe, solchen gleichsam im Dornröschenschlaf liegenden Objekten zu neuem Glanz zu verhelfen und sie zu renovieren.

Zupass kam ihm dabei das wichtigste Anliegen seiner Auftraggeber: „Der Bauherrschaft war es sehr wichtig, den Charakter des Siedlungshauses zu bewahren.“ Nach der Entkernung, verbunden mit diversen Eingriffen vor allem in den Grundriss des Erdgeschosses, wurde die Gebäudehülle dezent überarbeitet. Holzweichfaserplatten – zwischen und auf den Sparren liegend – dämmen das Dach. Bei der Außenhülle verzichteten die Bauherren zugunsten der Optik auf eine Wärmedämmung. Mit dem Einbau von zweifachverglasten, teils mit Sprossen unterteilten Fenstern blieb die Tiefe der Laibungen unverändert, außerdem konnten die Betonsimse erhalten werden. Neue, weiß lackierte Holz-Klappläden bieten stilvollen Schutz.

Die Eingangsseite des renovierte Siedlungshauses.
Die Fuge zwischen Altbau und Bestand markiert den neuen Eingang. Dieser präsentiert sich in einer klaren und funktionalen Architekursprache.

 Renovieren kann so schön sein

Statt wie früher am seitlichen Garagenvorplatz, liegt der Zugang  jetzt in der Fuge zwischen Alt- und Neubau. Nischenartig ist die elegante Haustüranlage in den Kubus geschoben. Dessen hinterlüftete Verschalung besteht aus unterschiedlich breiten Lärchenholzleisten – eines von vielen Details, die in Summe die Qualität dieses Entwurfs ausmachen. (Fotos und Text: www.bernhardmuellerfoto.de)

Daten + Fakten

Baujahr: 1925

Wohnfläche früher:115 qm

Wohnfläche heute:150 qm

Bauweise:
Bestand: Fachwerk
Anbau: hochgedämmte Holzrahmenbauweise, hinterlüftete Holzverschalung mit unterschiedlichen Leistenbreiten, Holz-Alu-Fenster

Heizung:  Gas-Brennwerttherme, Solarthermie (oder Photovoltaikanlage) vorbereitet, Fußbodenheizung im Anbau, Heizkamin

Projektabwicklung mit dem Generalunternehmer
Holz & Haus Schreinerei Gmbh
www.holzhausgmbh.com

Architekt: Dieter Ulrich Rehm
www.dur-architektur.de

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