Warmwasser vor Ort gezapft

Wer Warmwasser zentral über seine Heizungsanlage bereitet, muss zum Teil erhebliche Wärmeverluste durch lange Leitungswege in Kauf nehmen. Hier kann sich ein Umstieg auf dezentrale Geräte lohnen.

Je stärker die Energiepreise steigen, um so mehr rücken Maßnahmen zur Verbesserung der energetischen Bilanz von Haus oder Wohnung in den Blick von Bauherren und Eigentümern. Besonders gravierend schlagen Wärmeverluste bei der Warmwasserbereitung zu Buche.

Immerhin wird nach dem Heizen die meiste Energie im Haushalt für die Bereitstellung von warmem Wasser benötigt. Pro Person müssen täglich durchschnittlich 30 bis 50 Liter des kühlen Nass auf höhere Temperatur gebracht werden, mehr als die Hälfte davon für Bad und Dusche. Der Rest wird in der Küche, für die Wäsche und die Wohnungsreinigung gebraucht.

Warmwassersysteme im Vergleich
Die Grundlage des Vergleichs: Einfamilienhaus mit 3-Personen-Haushaushalt, Warmwasserverbrauch von etwa 30.000 Liter pro Jahr, Wassertemperatur durchschntlich 45 Grad Celsius. Zu den Gesamtkosten pro Jahr zählen Geräte-, Installations-, Energie- und Wartungskosten.

Das altbewährte Konzept, die Warmwasserbereitung im Haus mit der Heizungsanlage zu koppeln, ist noch immer in vielen Haushalten Standard. Das kann aber richtig teuer werden, denn ein zentraler, mit Öl oder Gas betriebener Speicher hält große Mengen von Wasser rund um die Uhr auf den hohen Verbrauchstemperaturen über 65 Grad Celsius – auch wenn es gerade nirgendwo gebraucht wird.

Hier müssen wir umdenken und das große Einsparpotenzial in der Warmwasserversorgung nutzen“, so Jörg Gerdes, Sprecher der Berliner Initiative Wärme plus. „Effizienter und sparsamer ist es, das Wasser nur dann zu erwärmen, wenn es auch fließen soll – zum Beispiel elektrisch und dezentral mit direkt an der Entnahmestelle installierten Durchlauferhitzern.“

Während aus zentral versorgten Leitungen, die oftmals 15 Meter lang oder länger sind, erst mal etwa fünf Liter kostbares Wasser ungenutzt im Abfluss verschwinden, weil es noch nicht die gewünschte Temperatur hat, benötigen moderne elektronische Durchlauferhitzer keine Vorlaufzeit mehr. Das warme Wasser steht sofort nach Aufdrehen der Armatur gradgenau zur Verfügung. Das ist komfortabel und spart auch im Vergleich zum hydraulischen Gerät 20 Prozent Energie und Wasser.

Am Handwaschbecken sind Klein-Durchlauferhitzer eine günstige Alternative, bei der man Stand-by-Verluste vermeidet und nur bei Bedarf Energie verbraucht. Die Geräte sind nicht viel größer als ein DIN-A5-Schulheft und passen unter jedes Waschbecken und jede Spüle – auch in engen Nischen und im kleinen Dachgeschoss-Bad einsetzbar.

Zur Installation reicht eine vor Spritzwasser geschützte 230-Volt-Steckdose in unmittelbarer Nähe der Wasser-Entnahmestelle. Elektronische Klein-Durchlauferhitzer heizen das Wasser nicht vor, sondern erwärmen es unmittelbar während des Durchströmens.

Gegenüber herkömmlichen Kleinspeichern beträgt die Energieersparnis dadurch rund 65 Prozent. Sofort nach dem Aufdrehen der Armatur liefern sie warmes Wasser, zwei bis drei Liter pro Minute und unbegrenzt lange.

Innovative elektronische Durchlauferhitzer können inzwischen auch über eine thermische Solaranlage vorerwärmtes Wasser verarbeit

Ein übersichtliches herstellerneutrales Informations- und Serviceangebot unter anderem zur dezentralen Warmwasserbereitung finden Sie im Internet unter www.waerme-plus.de.

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