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Das richtige Klima

13.07.2010

Angesichts der stetig steigenden Temperaturen in den Sommermonaten, sind
Klimageräte für das Haus eine gute Lösung. Sie bringen angenehme
Temperaturen und entfeuchten die Luft.

Inzwischen rechnen Wissenschaftler, dass sich die globale Mitteltemperatur schon in Kürze jedes Jahrzehnt um 0,2 °C erhöhen wird. In einigen Regionen wird der Anstieg noch viel deutlicher ausfallen. Statt vier erleben wir bald nur noch drei Jahreszeiten: Winter, Frühling und heiße Sommer.

Bis es soweit ist, sollte man im häuslichen Bereich versuchen, sich auf weitere Höchsttemperaturen einzustellen. Klimageräte, die angenehme Temperaturen bringen und außerdem die Luft entfeuchten, sind dafür eine gute Lösung. Und obwohl wir im Urlaub ein klimatisiertes Hotelzimmer für selbstverständlichen Komfort halten und die Klimaanlage in Mittelklassewagen heute schon beinahe zur Standardausstattung gehört, kommen wir kaum auf die Idee, es auch zuhause mit einem Klimagerät zu versuchen. Die meisten schrecken vor dem vermeintlich hohen Aufwand zurück. Der Einstieg in die Klimatisierung ist jedoch einfacher als man denkt.

Mobile Klimageräte gibt es in kompakter und Split-Ausführung. Sie brauchen dafür keine feste Installation. (Foto: Nutzwort)Flexibel und mobil

In den letzten Jahren haben sich transportable Klimageräte als wahre Renner erwiesen. Sie verlangen zur "Installation" lediglich eine Steckdose, lassen sich je nach Bedarf von einem Raum zum anderen rollen und holen da, wo sie eingesetzt werden, die Raumtemperatur auf behaglichere Grade herunter. Einige Modelle machen sich dank ihrer Vielseitigkeit auch dann noch nützlich, wenn es draußen wieder kühler wird. Denn diese trag- bzw. fahrbaren Raumklimageräte können nicht nur kühlen, sondern wahlweise auch heizen und entfeuchten.

Eben noch im Bad als Luftentfeuchter eingesetzt, lassen sie sich z.B. ins Schlafzimmer rollen, um es für den Abend zu kühlen. Im Kühlbetrieb müssen die Geräte die Wärme, die sie der Innenluft entziehen, ins Freie abführen. Dazu wird ein flexibles Rohr - ähnlich wie beim Wäschetrockner, nur schmaler - aus dem gekippten oder einen Spalt geöffneten Fenster gehängt. Das mitgelieferte Befestigungsband hält das Fenster in der richtigen Stellung. Eine elektronische Regelung sorgt für Bedienungskomfort. Mit der Zeitschaltuhr lässt sich das Gerät vorprogrammieren. So können beispielsweise Berufstätige ihr Klimagerät so einstellen, dass sie angenehme Kühle empfängt, wenn sie abends nach Hause kommen.

Die Wartung ist denkbar einfach. Es genügt, von Zeit zu Zeit die beiden Luftfilter zu reinigen, erst mit dem Staubsauger, dann unter fließendem Wasser. In der Kompaktversion reichen die mobilen Klimageräte mit ca. 1,8 kW Kühlleistung und einer Heizleistung von 2 kW für einen 22 qm großen Raum aus. Für Räume bis zu 33 qm sind die leistungsstärkeren Splitversionen gedacht. Sie bestehen aus einem Innengerät und einem – z.B. auf dem Balkon aufzustellenden – Außengerät, die miteinander durch vorgefüllte Kältemittelleitungen verbunden werden. Mobile Raumklimageräte gibt es von mehreren Herstellern in verschiedenen Leistungsklassen. Nicht alle weisen die gleiche Qualität und Vielseitigkeit auf, daher Vorsicht, wenn Sie Preise vergleichen.

Wer sich für ein Splitgerät entscheidet, hat die Wahl zwischen verschiedenen Ein-/Bauformen der Inneneinheit sowie einfachen wie auch ästhetischen Designvarianten. Foto: <a href="http://www.stiebel-eltron.com" target="_blank">Stiebel Eltron</a>Vom Portable zur professionellen Lösung

Wer den Komfort eines angenehm temperierten Raumes erst einmal schätzen gelernt hat, wird sich auch für die komfortablere und professionellere Version interessieren. Auch die ist heute kein Luxus mehr, denn moderne Splitsysteme lassen sich problemlos nachrüsten. Für die Installation wird ein Kälte- oder Klimafachmann gebraucht, der auch bei der Auswahl der richtigen Geräteleistung hilft.

Als Faustregel gilt, dass man im Wohnbereich pro qm etwa 60 W Kühlleistung braucht, wenn man die Innentemperatur um etwa 6° gegenüber der Außentemperatur absenken will. Größere Temperaturdifferenzen sind nicht zu empfehlen. Hier liegt nämlich eine der Ursachen für das Vorurteil, dass Klimageräte Erkältungen hervorrufen. Der Vorteil der Splitsysteme liegt nicht nur in der stärkeren Leistung. Da die Geräusch entwickelnden Komponenten wie der Verdichtermotor im Außengerät untergebracht sind, arbeiten Splitsystem-Innengeräte sehr laufruhig und leise. Manche Innengeräte sind mit unter 25 dB(A) leiser als ein Flüstern.

Zudem kann man unter einer großen Bandbreite von Innengeräten wählen, so dass Rücksicht auf Platzangebot und Einrichtungsstil genommen werden kann. Und wer auf gutes Design Wert legt, findet eine breite Palette formschöner Modelle.

Bei wachsender Luftverschmutzung und zunehmender Neigung zu Allergien gewinnt die Luftqualität in unseren Wohnräumen an Bedeutung. Es gibt heute Splitsystem-Innengeräte mit ausgefuchsten Filtersystemen. Ein waschbarer Vorfilter entfernt zunächst gröberen Schmutz aus der Luft. Ein photokatalytischer Filter beseitigt anschließend Staub, Pollen, Bakterien und andere winzige Partikel bis zu 0,01 Mikron. Hochleistungsfähige Zeolith-Filter beseitigen lästige Gerüche. Ein Ionengenerator wandelt schließlich positive Ionen in negative um. Negative Ionen sind die "Vitamine" der Luft. Sie bauen Stress ab, aktivieren die Zellen und stärken so das Immunsystem, und sie senken den Blutdruck.

Foto: <a href="http://www.vaillant.de" target="_blank">Vaillant</a>Bis zu 40% Energie sparen

Wie effizient ein Klimagerät arbeitet, lässt sich an einer Leistungszahl erkennen, die Leistungsaufnahme (also Stromverbrauch) und Leistungsabgabe ins Verhältnis setzt. Eine Hilfe bietet die neue Euroklassifizierung mit ihrer Einstufung in Energieeffizienzklassen: Die effizientesten Geräte werden in Klasse A oder B eingestuft. Einen Schritt weiter in Sachen Energieersparnis sind so genannte Invertersysteme. Ihr Herzstück ist ein drehzahlgesteuerter Verdichter.

Konventionelle Systeme arbeiten mit konstanter Verdichterdrehzahl. Hat die Raumtemperatur den eingestellten Sollwert erreicht, schaltet der Verdichter ab und springt wieder an, wenn die Raumtemperatur über eine bestimmte Marke ansteigt. Das hat ein ständiges Takten des Verdichters mit entsprechend höherem Stromverbrauch und stärkere Temperaturschwankungen zur Folge.

Dagegen läuft das Invertersystem beim Start mit Höchstdrehzahl und regelt die Verdichterdrehzahl nach Erreichen des gewünschten Komfortniveaus auf den Minimalwert hinunter ohne den Verdichter abzuschalten. Es nimmt quasi nur "den Fuß vom Gas". Das führt zu hoher Energieeinsparung und reduziert die Temperaturschwankungen auf ein Minimum. Bis zu 40% Strom lassen sich durch diese Technik gegenüber herkömmlichen Systemen einsparen.

Foto: <a href="http://www.toshiba-klima.de" target="_blank">Carrier</a>So funktioniert ein Klimagerät

Im Prinzip arbeitet ein Klimagerät ähnlich wie ein Kühlschrank, so weit es ums Kühlen geht. Nur muss das Klimagerät eine Menge mehr leisten. So produziert z.B. ein Klimagerät mit 3 kW Kühlleistung genau so viel Kälte wie 17 normale Haushaltskühlschränke. Zusätzlich filtert es die Luft, entfeuchtet schwülwarme Luft, und manche Geräte können auch noch heizen, entweder mit einer elektrischen Zusatzheizung oder als Wärmepumpe.

Sehen wir uns das Funktionsprinzip bei einem Kompaktgerät an: Das Herz der Anlage ist der Verdichter (2), der ein Kältemittel verdichtet und dadurch stark aufheizt. Im Verflüssiger (3) wird das heiße Kältemittel durch die Außenluft stark abgekühlt (die Außenluft erwärmt sich) und fließt über das Expansionsventil (4) zum Verdampfer (1), wo es bei ca. 0° verdampft. Dabei kühlt sich die Innenluft ab. Das nun gasförmige Kältemittel wird im Verdichter wieder verdichtet, der Kreislauf beginnt von neuem. Für die nötige Luftbewegung sorgen die Ventilatoren, wobei der Innenventilator (5) die warme Raumluft über den Verdampfer ansaugt und die abgekühlte und entfeuchtete Luft wieder in den Raum bläst.

Ein Splitsystem funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Nur sind hier Verflüssiger und Verdampfer in getrennten Geräten untergebracht. Somit muss das Kältemittel in Verbindungsleitungen von einem zum anderen Teil des Splitsystems laufen. Da der Verdichter dann im Außengerät sitzt, sind die ­Geräusch erzeugenden Teile quasi "ausgelagert".

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