Im Jahr 2025 waren erstmals knapp die Hälfte aller in Deutschland verkauften Wärmeerzeuger Wärmepumpen. Knapp 80 Prozent des Absatzes wird inzwischen im Gebäudebestand erzielt. Besonders beliebt sind bei Modernisierern die sogenannten Luft-Wasser-Wärmepumpen, welche die Außenluft als Energiequelle nutzen. In diesem Beitrag bieten wir dazu einen aktuellen und umfassenden Marktüberblick und 50 Wärmepumpen im Vergleich.
Laut Gebäudeenergiegesetz (GEG 2024), das auch als Heizungsgesetz bezeichnet wird, dürfen bei einer Heizungssanierung nur noch Wärmeerzeuger eingebaut werden, die mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen. Noch gelten für Bestandsgebäude Übergangsregelungen bis zum Abschluss der kommunalen Wärmeplanungen. Wie lange die Regelungen noch gelten, ist derzeit unklar. Denn die neue Bundesregierung arbeitet momentan an einer grundlegenden Reform des GEG 2024.
Wärmepumpen bieten zahlreiche Vorteile
Im Zentrum der Überlegungen von Bauherren und Öl- und Gasheizungssanierern steht meist das Elektro-Wärmepumpenheizsystem. Dieses kommt ohne Gasanschluss, ohne Brennstoff-Lager, ohne Schornstein und ohne Schornsteinfegerbesuch aus. Beliebt ist zudem, die Wärmepumpe phasenweise mit selbst produziertem Solarstrom sehr kostengünstig und umweltfreundlich zu betreiben. Damit das technisch möglich ist, müssen Wärmepumpenmodell und Regelgerät dafür geeignet sein. Wärmepumpen werden als erneuerbare Heiztechnologie eingestuft, weil sie zum einen Umweltenergien, wie Außenluft, Erdwärme und Grundwasser, nutzen können. Um das komplette Gebäude mit Heizwärme und Warmwasser zu versorgen, „pumpt“ ein ausgeklügelter Kältemittelkreislauf im Aggregat die eingesammelte Umweltenergie auf das erforderliche höhere Temperaturniveau.
Der dafür erforderliche Antriebsstrom stammt normalerweise aus dem öffentlichen Netz und ist derzeit noch nicht CO2-frei. Allerdings soll der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Netzstrommix auf 100 Prozent steigen. Besonders umweltbewusste Haushalte, die schon heute komplett CO2-neutral mit ihrer Wärmepumpen im Vergleich heizen möchten, können einen Öko-Stromtarif beim Energieversorger abschließen und optional den grünen Strom von der eigenen Photovoltaikanlage nutzen.
Luft-Wasser-Wärmepumpen bestehen aus einem Außen- und Innengerät, die miteinander verrohrt und verkabelt werden. Bei größeren Abständen vom Haus und bei Kellerräumen verlaufen die Leitungen meist teilweise im Erdboden. Fotos: LG
Wärmepumpen im Vergleich: Diese Wärmepumpenmodelle sind am beliebtesten
Die Präferenzen von Baufamilien und Heizungsmodernisierern sind mit Blick auf die Modellwahl eindeutig: 95 Prozent der rund 300 000 verkauften Heizwärmepumpen im Jahr 2025 nutzen die Umgebungsluft als Wärmequelle. Doch weshalb werden erdgekoppelte Wärmepumpensysteme nur relativ selten installiert? Haupthemmnisse sind die vergleichsweise (deutlich) höheren Anschaffungskosten sowie die aufwendigeren Bedingungen hinsichtlich der Erschließung der Wärmequelle. Bei Erdsondenprojekten ist zudem eine behördliche Genehmigung erforderlich.
Die Luft-Wasser-Wärmepumpen arbeiten zwar nicht ganz so effizient wie die sogenannten Sole-Wasser-Wärmepumpen, sind aber preislich günstiger und lassen sich prinzipiell genehmigungsfrei und relativ flexibel platzieren. Die meisten Luft-Wasser-Wärmepumpen werden platzsparend im Freien aufgestellt: vor allem als Monoblock oder manchmal auch als Split-Variante. In beiden Fällen sind lediglich kleine Wanddurchführungen für die Verrohrung und Verkabelung erforderlich, um die passende Inneneinheit mit dem Außengerät zu verbinden.
Wichtig: Soll die Wärmepumpe außerhalb des Baufensters platziert werden, dürfte eine Baugenehmigung erforderlich sein.

Schallemissionen bei der Aufstellortsuche beachten
Bei der Außenaufstellung gilt es bei der Produkt- und Standortwahl penibel darauf zu achten, dass weder Hausbewohner noch Nachbarn durch die technologisch bedingten Luftschallemissionen gestört werden – sonst ist der Rechtsstreit programmiert. Mindestens einzuhalten sind tagsüber und vor allem nachts die jeweils zulässigen Schall-Imissionsgrenzwerte der „Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm“ (TA-Lärm).
Bei einer engen Bebauung oder empfindlichen Nachbarn können zusätzliche Maßnahmen ratsam sein, wie eine geräuschreduzierende „Nachtschaltung“ sowie spezielle, auch nachrüstbare Schallschutzhauben. Mit einem passenden Sichtschutz und einer optionalen Einfriedung ist das Aggregat besser vor Vandalismus und Diebstahl geschützt. Zu beachten ist, dass solche Maßnahmen die Funktionalität des Wärmepumpenaggregats nicht beeinträchtigen.
Tipp: Spezielle Schallrechner im Internet sowie Softwaretools der Hersteller ermöglichen die Beurteilung der Lärmimmissionen von Luft-Wasser-Wärmepumpen in Abhängigkeit vom Modell und Aufstellort. Um Körperschallübertragungen ins Gebäude zu vermeiden, werden bei der Wärmepumpen- und Rohrleitungsmontage spezielle schallabsorbierende Bau- und Befestigungselemente sowie schallentkoppelnde Komponenten genutzt.
Attraktive Förderzuschüsse für die Heizungssanierung
Hausbesitzer profitieren beim Heizungswechsel auf eine Wärmepumpe aktuell noch von hohen Fördergeldern im Rahmen des KfWProgramms 458 „Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude“. Der Basis-Fördersatz beträgt 30 Prozent und bezieht sich auf alle Kosten, die im Zusammenhang mit der neuen Heizungsanlage stehen – inklusive neue Heizflächen und Regelventile. Einen Effizienzbonus von 5 Prozent gibt es unter anderem für Erdwärmepumpen sowie für Luft-Wasser-Wärmepumpen-Modelle, die ein natürliches Kältemittel nutzen, wie Propan. Um weitere 20 Prozent lässt sich der Fördersatz erhöhen, falls die bestehende, alte Heizungsanlage die Kritierien des Klimageschwindigkeitsbonus erfüllt: falls beispielsweise eine eine Ölheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung ersetzt wird.
In dieser Konstellation lassen sich Zuschüsse von bis zu 55 Prozent erreichen – bezogen auf die Brutto-Investitionskosten. Diese sind im selbstbewohnten Eigenheim auf 30 000 Euro gedeckelt. In Mehrfamilienhäusern gelten andere Summen.
Bis zu 70 Prozent Zuschuss sind für einkommensschwächere Haushalte möglich. Weitere Infos unter www.kfw.de/heizung

Um förderfähig zu sein, müssen seit
dem 1.1.2026 im Freien aufgestellte,
neue Luft-Wasser-Wärmepumpen
deutlich strengere Grenzwerte bei den
Schallemissionen erfüllen als zuvor. Foto: Stiebel Eltron
Technisch bedingte Aufstellkriterien einhalten
Des Weiteren muss der Aufstellort im Freien auch technisch geeignet sein: zum Beispiel hinsichtlich einer freien Luftströmung und der Ausrichtung mit Blick auf die Hauptwindrichtung. In Bereichen mit sehr viel Laub oder in schneereichen Gebieten müssen geeignete Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, um ein Blockieren des Lufteintrittes zu verhindern: zum Beispiel ein erhöhter Montageort, die Montage eines Schutzgitters oder einer Schneeschutzhaube über dem Lufteintritt. Besondere Sicherheitsabstände, beispielsweise zu Lichtschächten und Fenstern, gilt es bei Wärmepumpenmodellen einzuhalten, die mit dem natürlichen Kältemittel Propan betrieben werden.
Unkritischer hinsichtlich des Geräuschbelästigungsrisikos sind Luft-Wasser-Wärmepumpenmodelle, die in einem geeigneten Raum innerhalb des Gebäudes aufgestellt werden. Vorteilhaft sind zudem die Frostfreiheit sowie die kurzen Leitungswege. Allerdings sind größere Wanddurchbrüche für die Außen- und Abluft notwendig.


Schon bei der Planung auf die Effizienz achten
Egal, ob eine Luft-Wasser- oder Sole-Wasser-Wärmepumpe installiert werden soll – eine professionelle Beratung und sorgfältige Planung durch einen erfahrenen Fachhandwerker sind unverzichtbar. Besonders wichtig für die Effizienz der Anlage ist es, darauf zu achten, dass die Heizwasservorlauftemperatur in Kombination mit Standard-Heizkörpern im Bereich von 50 bis 55 Grad Celsius liegt. Experten weisen darauf hin, dass die Auslegungsvorlauftemperatur erheblichen Einfluss auf den Energieverbrauch hat: Schon ein Grad Unterschied kann die Effizienz um 1,5 bis 2 Prozent verbessern oder verschlechtern.

Wichtig ist, dass der Fachhandwerker nach der Wärmepumpen-Inbetriebnahme die Nutzer in die Bedienung des Heizungsreglers und der zugehörigen Smartphone-App einweist. Foto: DAIKIN
Eine Absenkung der Vorlauftemperatur verringert die Wärmeleistung der Heizflächen. Daher sollte ein Fachmann prüfen, ob die gewünschte Raumtemperatur weiterhin erreicht werden kann. Gegebenenfalls müssen einzelne oder alle Heizkörper ausgetauscht und leistungsmäßig vergrößert werden. In manchen Fällen sind sogenannte Wärmepumpen-Heizkörper (Gebläsekonvektoren) eine sinnvolle Alternative. Hinweis: Bei einem erhöhten Wärmeverbrauch sind zusätzlich gezielte energetische Sanierungsmaßnahmen sinnvoll, wie zum Beispiel ein Fenstertausch und die Dämmung des Dachs.
Die Heizwärmepumpe zum Kühlen nutzen
Fakt ist, dass Heizwärmepumpen besonders stromsparend arbeiten, wenn sie mit Fußboden-, Wand- oder Deckenheizungen kombiniert werden. Außerdem können die Besitzer einer reversibel arbeitenden Heizwärmepumpe an heißen Tagen von einer Zusatzfunktion profitieren: Über das Flächenheizsystem lassen sich die Wohnräume um einige Grad abkühlen. In diesem Fall wird der Wärmepumpenprozess vom Heiz- auf den Kühlbetrieb umgeschaltet, weshalb dann nicht mehr warmes, sondern kühles Wasser durch die Rohre strömt, welches Wärme aus dem Raum aufnimmt und abführt. Die Kühlleistung ist insbesondere im Bodenbereich sowohl technisch als auch bauphysikalisch limitiert, um eine Kondensatbildung im Fußboden zu vermeiden.
Sind statt einer Flächenheizung spezielle Heizkörper mit Gebläse installiert, dann können auch diese für etwas Abkühlung sorgen. Allerdings ist eine temperaturgenaue Klimatisierung nur mit Split-Klimageräten, die auch Luft-Luft-Wärmepumpen genannt werden, möglich.
Tipp: Generell kosten- und umweltneutral wird das sommerliche Kühlen, falls überschüssiger Solarstrom eingesetzt wird.


Wärmepumpen-Hybridsystem als Problemlöser?
Falls der alleinige Betrieb einer Wärmepumpe technisch nicht realisierbar oder aufgrund niedriger Effizienz unwirtschaftlich ist, kann ein Wärmepumpen-Hybridsystem eine sinnvolle Alternative sein. In diesem Verbund übernimmt ein zusätzlicher Gas- oder Öl-Brennwertkessel die Versorgung von Lastspitzen und stellt so eine zuverlässige Wärmeversorgung sicher.
Alternativ zu fossilen Wärmeerzeugern eignen sich z. B. Holzpellet(brennwert)kessel sowie Luft-Luft-Wärmepumpen als erneuerbarer Hybridpartner. Ob ein Hybridsystem im Einzelfall sinnvoll ist, sollten Hauseigentümer zusammen mit dem Heizungsfachmann prüfen.
Hargassner jetzt auch mit Wärmepumpe
Airflow-M heißt sie
Im 40. Jubiläumsjahr führt Hargassner Heiztechnik mit der Luft-Wasser-Monoblock-Wärmepumpe „Airflow-M“ offiziell eine neue Produktgruppe ein. Damit folgen die österreichischen Spezialisten für Biomasse Heizkessel und Solarthermie konsequent ihrer Strategie hin zum Komplettanbieter für erneuerbare Wärme.
Die neue Hargassner Luft-Wasser-Wärmepumpe Airflow-M mit 5 bis 20 kW besitzt ein breites Leistungsspektrum und eignet sich für Ein- und Zweifamilienhäuser wie auch für Sanierungsprojekte. Sie heizt oder kühlt nach Wunsch und erreicht hocheffiziente Leistungszahlen. „Seitens Hargassner hat man sich die intelligente Regelung der Wärmepumpe zur Aufgabe gemacht und dies in die bewährte Hargassner Bedienphilosophie integriert, um den Kunden höchstmöglichen Komfort zu bieten“, erklärt der verantwortliche Hargassner Produktmanager Martin Daxecker.
Einfache Montage
Kunden beeindruckt die Wärmepumpe weiters durch ihre Kompaktheit, dem modernen Design und dem leisen Betrieb. Als Monoblock-Wärmepumpe liegt das Herzstück der Technologie – der Kältekreislauf – in der Außeneinheit. Das vereinfacht die Montage und erspart einen zusätzlichen Kältetechniker. Die Auswahl der drei unterschiedlichen
Inneneinheiten Basic, Style und Comfort ermöglicht eine schnelle Anpassung an den individuellen Anwendungsfall.
Spannende Hybrid-Lösungen
Als Komplettanbieter bei zentralem Heizen mit Holz umfasst das Hargassner Sortiment Anlagen im Leistungsbereich von 6 bis 330 kW für Pellets, 17 bis 60 kW bei Stückholz und 20 bis 2500 kW bei Hackgut. Das Zubehör bei Biomasseheizungen ist umfangreich.
Die Wärmepumpe Airflow-M ist perfekt mit Hargassner Biomassekessel kombinierbar. So erhält man eine Hybridanlage, welche die Vorteile aus beiden Welten optimal einsetzt. Während die Wärmepumpe effektiv in der Übergangszeit und milden Wintermonaten arbeitet, unterstützt der Biomassekessel bei extremen Außentemperaturen und garantiert beständig wohlige Wärme. Hargassner bietet aktuell vier Kombinationsmöglichkeiten mit Pellets und Stückholz an.
„Ein großes Ziel war es, die Kombination der Wärmepumpe mit Biomasse-Kessel ausgeklügelt zu ermöglichen. Dabei wird auf Basis diverser Parameter entschieden, welcher Wärmeerzeuger zum Zeitpunkt der Wärmeanforderung am günstigsten bzw. sinnvollsten in Betrieb geht“, setzt Martin Daxecker nach. Die Effizienz und Lebensdauer beider Einheiten werden dadurch auf ein Maximum erhöht und man heizt immer am kostengünstigsten. Mehr dazu: www.hargassner.com


Wärmepumpen im Vergleich: 50 Luft-Wasser-Wärmepumpen namhafter Hersteller im Leistungscheck
Wer jetzt mit dem Gedanken spielt, sich eine Wärmepumpe in den Keller zu holen oder ganz konkret in der Entscheidungsfindung ist, dem geben wir mit unserem Geräte-Überblick eine Entscheidungshilfe an die Hand. Bei dem detaillierten Vergleich haben wir uns 50 Luft-Wasser-Wärmepumpen genauer angeschaut: zu finden ist der Überblick in unserem Heft auf den Seiten 16 bis 25. Die komplette Ausgabe 3-4/2026 inklusive des Wärmepumpen-Checks finden Sie hier:

Schauen Sie sich die verschiedenen Wärmepumpen im Vergleich an, um herauszufinden, welche am besten zu Ihrem Zuhause passt.





