Rollladenkasten nachträglich dämmen: Anleitung & Tipps zum Energiesparen

Anleitung zum Dämmen eines Rollladenkastens mit Bildern und Schritt für Schritt Beschreibung

Spüren Sie bei windigem Wetter einen unangenehmen Luftzug in der Nähe Ihrer Fenster? Dann ist oft ein ungedämmter Rollladenkasten die Ursache. Da diese Kästen direkt mit der Außenluft in Verbindung stehen, wirken sie ohne Schutz wie eine Kältebrücke, durch die teure Heizwärme ungenutzt entweicht.

Wenn Sie Ihren Rollladenkasten nachträglich dämmen, schlagen Sie drei Fliegen mit einer Klappe: Sie senken spürbar Ihre Energiekosten, verbessern den Schallschutz gegen Außenlärm und steigern den Wohnkomfort in Ihren eigenen vier Wänden. In dieser Anleitung zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die Isolierung auch bei älteren Modellen einfach selbst nachrüsten können – inklusive Materialliste und Profi-Tipps zum Abdichten.

  • Dauer: 1–2 Stunden pro Kasten (je nach Zugänglichkeit)
  • Schwierigkeit: einfach bis mittel
  • Geeignet für: Alle gängigen Rollladenkästen mit Revisionsöffnung (Altbau & Neubau)
  • Material: Flexible Dämmmatten (z. B. aus Neopor oder Kautschuk), Montagekleber oder Klebeband, Bürstendichtung für den Schlitz, Silikon oder Acryl zum Abdichten der Fugen
  • Werkzeug: Zollstock oder Maßband, Cuttermesser oder Schere, Staubsauger und Reinigungstuch (für die Klebeflächen), ggf. Schraubendreher (zum Öffnen des Kastens)

Ein paar hilfreiche Tipps zum Projekt:

  • Passgenauigkeit prüfen: Rollen Sie den Rollladen vor dem Einbau der Dämmung einmal komplett hoch. Markieren Sie sich den maximalen Umfang im Kasten, damit die neue Dämmung später nicht am Panzer schleift oder den Mechanismus blockiert.
  • Sauberkeit für festen Halt: Da Rollladenkästen oft sehr staubig sind, halten Klebestreifen oder Montagekleber dort schlecht. Saugen Sie den Kasten gründlich aus und wischen Sie die Klebeflächen kurz feucht ab – so bleibt die Dämmung dauerhaft an ihrem Platz.
  • Lückenlose Dämmung: Achten Sie beim Zuschneiden der Matten darauf, dass diese unter leichter Spannung im Kasten sitzen. Jede noch so kleine Lücke ist eine potenzielle Kältebrücke, durch die weiterhin Zugluft eindringen kann. Versiegeln Sie Stoßkanten idealerweise mit speziellem Dichtband.
  • Schallschutz inklusive: Wenn Sie den Rollladenkasten nachträglich dämmen, wählen Sie Materialien mit hoher Dichte oder kombinierte Sets. Das reduziert nicht nur den Wärmeverlust, sondern dämmt auch störenden Außenlärm spürbar ab.

Energieverschwender Rollladenkasten

Warum sollte man den Rollladenkasten nachträglich dämmen? Ein ungedämmter Kasten ist eine der größten Wärmebrücken im Haus. Durch eine fachgerechte Dämmung reduzieren Sie Wärmeverluste um bis zu 25 % und verbessern den Schallschutz.

Schlecht oder meist gar nicht gedämmte Rollladenkästen sind nicht zu unterschätzen. Hier geht im Laufe der Zeit, vor allem in der Heizperiode, eine Menge Energie verloren. Denn solche Kästen sind echte Schwachpunkte in der Gebäudehülle. Außen die verputzte Kastenhülle und innen eine dünne Abdeckplatte als Revisionsöffnung – mehr ist da bei alten Rollladenkästen meist nicht vorhanden. Wenn‘ s hoch kommt, liegt mal eben nur eine dünne Styroporplatte auf dem Kastenboden oder sie ist am frontseitigen Deckel angeklebt.

Warum Sie Ihren Rollladenkasten nachträglich dämmen sollten: Schimmelgefahr vermeiden

Ein ungedämmter Rollladenkasten ist nicht nur eine Energie-Falle, sondern oft auch anfällig für Schimmelbefall. An den kalten Oberflächen im Inneren des Kastens kondensiert die warme, feuchte Raumluft – die ideale Brutstätte für Pilzsporen. Neben hässlichen Flecken an der Wand ist Zugluft eine ebenso unangenehme Begleiterscheinung. Wer energetisch und gesundheitlich vorsorgen möchte, sollte daher zeitnah alte Rollladenkästen nachträglich dämmen.

Die passende System-Lösung für jeden Kastentyp

Der Markt bietet heute unterschiedliche Systeme für verschiedene Bauweisen an. Je nachdem, ob Sie einen Kasten mit unterer Abdeckplatte (oft in Süddeutschland) oder mit frontaler Abdeckung (verbreitet im Norden) haben, wählen Sie das passende Systempaket.

Für eine optimale Passform beim Rollladenkasten nachträglich dämmen sind zwei Maße entscheidend:

  • Das Kasteninnenmaß.
  • Das Spaltmaß zwischen dem aufgerollten Rollladen und der Kastenwand.

Es sollte rundum immer 1 cm Abstand zwischen Dämmung und Panzer bleiben.

Es werden diverse Tiefenmaße angeboten sowie ergänzende Verlängerungen, um Höhenanpassungen vornehmen zu können. Das Dämmmaterial hier ist sogenanntes Neopor, ein spezielles EPS (expandiertes Polystyrol) mit Wärmeleitfähigkeitsstufe 031. Die Dämmschalen setzen sich aus mehreren Teilen in Nut-und-Feder Technik zusammen, sodass die Montage in beengten Kästen leicht möglich wird. Die Dämmung versteht sich als Innenauskleidung von Boden, Front und Deckelfläche. Zudem ergänzt man mit Dämmplatten hin zu den rohen Mauerseiten. Damit ist ein bestmöglicher Wärmeschutz gegeben.

Maximale Energieeffizienz: So dichten Sie Gurtführung und Fugen ab

Wie die einzelnen Lösungen aussehen, zeigen die Bildstrecken. Denn neben dem eigentlichen Einbau der Dämmteile sind ja auch noch weitere Schritte erforderlich:

  • Zuschneiden
  • Verkleben
  • Abkleben

Und wer es ganz genau nehmen will, sollte auch nicht das Abdichten der Rollladengurtführung vergessen. Hierfür gibt es ein Aufsatzsystem, das die alten, meist unschön offenen Gurtöffnungen in der Wand nutzt und diese gleichzeitig verschließt, so dass auch hier eine optimierte Situation entsteht. Denn die Dichtbürste sorgt für geringstmöglichen Spalt an der Gurtführung.

Ergänzend zur Kastendämmung sollten Sie auch prüfen, ob Sie Ihre Fenster abdichten müssen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So einfach lässt sich ein Rollladenkasten nachträglich dämmen

Schritt 1 – Schablone fertigen

Rollladenkasten nachträglich dämmen Schritt 1: Schablone fertigen
 Mit Hilfe von Kartonschablonen ermittelt man Größe, Form und Ausschnittsituation für die Seitenwanddämmungen.

Schritt 2 – Zuschneiden

Rollladenkasten nachträglich dämmen Schritt 2: Zuschneiden der Seitenrandplatten
Aus den 15 mm dicken Seitenrandplatten (Liefermaß 300 x 360 mm) schneidet man sich die Formteile maßgenau zurecht.

Schritt 3 – Seitendämmung einsetzen

Rollladenkasten nachträglich dämmen Schritt 3: Seitendämmung einsetzen
Zur besseren Einsicht haben wir unseren Demo-Rollladenkasten vorne geöffnet. So sieht man die Seitenwanddämmung besser.

Schritt 4 – Aus drei wird eins

Rollladenkasten nachträglich dämmen Schritt 4: 3 Teile der Dämmung werden zusammengefügt
Als Variante 1 verwenden wir die dreiteilige Lösung, deren Teile sich per Nut und Feder zu einem dichten Ganzen zusammenfügen.

Schritt 5 – Bodendämmung einsetzen

Rollladenkasten nachträglich dämmen Schritt 5: Bodendämmung wird aufs Mauerwerk geklebt
Zuerst wird ein Abschnitt der Bodendämmung als Wandauflagendämmung zugeschnitten, und dann aufs Mauerwerk geklebt.

Schritt 6 – Fugen abdichten

Rollladenkasten nachträglich dämmen Schritt 6: Fugen abdichten
Falls eine Fuge zwischen dem Dämmteil und der Wandauflage bleiben sollte, diese noch mit Kleber bzw. Schaum abdichten.

Schritt 7 – Weitere Dämmung anbringen

Rollladenkasten nachträglich dämmen Schritt 7: Weitere Dämmung anbringen
Nun auch auf die weiteren Formteilschalen Montagekleber aufbringen. Dann setzt man sukzessive diese Abschnitte ein.

Schritt 8 – Dämmung fixieren

Rollladenkasten nachträglich dämmen Schritt 8: Dämmung fixieren
Blick von unten: Das Auflagenteil liegt auf der Laibungsmauer, die breiteren Dämmschalenteile werden per Zwinge festgehalten.

Schritt 9 – Gurtdurchgang ausschneiden

Rollladenkasten nachträglich dämmen Schritt 9: Gurtausgang ausschneiden
Dieselbe Vorgehensweise auf der anderen Seite, wobei hier der Gurtdurchgang aus der Dämmung herausgeschnitten werden muss.

Schritt 10 – Restliche Dämmung anbringen

Rollladenkasten nachträglich dämmen Schritt 10: Restliche Dämmung anbringen
Nun vervollständigt man die Kastendämmung im Mittelbereich, wobei die zwei Elemente zusammengesteckt und dann …

Schritt 11 – Fixieren

Rollladenkasten nachträglich dämmen Schritt 11: Kastendämmung fixieren
… mit der Rückseite der Frontplatte des Rollladenkastens verklebt und mit Zwingen bis zur Aushärtung fixiert werden.

Schritt 12 -Dämmteile miteinander verkleben

Rollladenkasten nachträglich dämmen Schritt 12: Dämmteile miteinander verkleben
Alle inneren Stöße und Fugen an den Dämmteilen werden nun mit Klebeband abgedichtet, um absolute Dichtheit zu bekommen.

Schritt 13 – Verschlussdeckelelement ausmessen

Rollladenkasten nachträglich dämmen Schritt 13: Ausmessen, Zuschneiden und Einstecken des Verschlussdeckelelements in die Nut-Feder-Kante
Zum Schluss wird das Verschlussdeckelelement ausgemessen, zugeschnitten und passgenau in die Nut-Feder-Kante gesteckt.

Schritt 14 – Letzte Dämmung

Rollladenkasten nachträglich dämmen Schritt 14: Letztes Abkleben der äußeren Stöße und zum Fensterrahmen
 Letzte Maßnahme: Das Abkleben der äußeren Stöße sowie zum Fensterrahmen hin. Damit ist die Dämmung erfolgreich beendet.

Schritt 15 – Verschlussdeckelelement einsetzen

Rollladenkasten nachträglich dämmen Schritt 15: Verschlussdeckelelement einsetzen und verschrauben
Der Revisionsdeckel kann wie zuvor auch verschraubt werden. Zur Wartung muss später nur die Bodendämmung entfernt werden.

Häufige Fehler beim Rollladenkasten nachträglich dämmen

  • Zu dicke Dämmung gewählt (Blockade des Panzers)
  • Lückenhafte Verlegung der Dämmmatten
  • Vernachlässigung der Gurtführung und des Schlitzes
  • Mangelhafte Reinigung vor dem Verkleben

Mit der richtigen Planung, dem passenden Material und sorgfältiger Abdichtung kann fast jeder Heimwerker selbst seinen Rollladenkasten nachträglich dämmen.

Weitere Informationen

Variante 1 für untere Rollladenkastenöffnung: Roka ASS perfekt, eckig, 28 mmm.
Anbieter: Dichtes Haus DiHa GmbH

FAQ: Häufige Fragen zum Rollladenkasten nachträglich dämmen

1. Kann man jeden Rollladenkasten nachträglich dämmen?

Ja, fast jeder Rollladenkasten lässt sich nachträglich dämmen, sofern er über einen Revisionsdeckel zugänglich ist. Besonders bei Altbauten mit ungedämmten Holzkästen ist das Nachrüsten sinnvoll. Je nach Platzangebot im Kasten können Sie zwischen flexiblen Dämmmatten oder passgenauen Dämm-Sets wählen.

2. Was kostet es, einen Rollladenkasten nachträglich zu dämmen?

Wenn Sie die Isolierung selbst vornehmen, liegen die Materialkosten je nach Kastenbreite und Dämmstärke in der Regel zwischen 15 und 40 Euro pro Fenster. Im Vergleich zu den möglichen Heizkosteneinsparungen amortisiert sich diese kleine Investition oft schon nach ein bis zwei Heizperioden.

3. Welches Material eignet sich am besten zum Dämmen des Rollladenkastens?

Für enge Platzverhältnisse eignen sich flexible Dämmmatten aus Polystyrol (z. B. Neopor) oder Kautschuk besonders gut. Diese lassen sich leicht zuschneiden und biegen. Wenn genug Platz vorhanden ist, bieten zweiteilige Systeme aus Dämmkeil und Matte die beste Wärmedämmung und reduzieren gleichzeitig effektiv den Außenlärm.

4. Wie finde ich heraus, ob mein Rollladenkasten gedämmt werden muss?

Ein einfacher Test hilft: Halten Sie bei windigem Wetter eine Kerze oder die Hand vor den Gurtauslass oder den Kastendeckel. Flackert die Flamme oder spüren Sie einen Luftzug, ist der Kasten eine Wärmebrücke und sollte nachträglich isoliert werden, um Energieverluste zu stoppen.

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