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Welche Innenputze gibt es eigentlich?

12.08.2013

Putze sind im klassischen Sinn zunächst einmal mineralische Putze. Sie enthalten neben dem Hauptinhaltsstoff Sand mineralische Bindemittel wie etwa Baukalk, Kalk-Sand-Gemische, Zement oder Gips. Sie werden als Trockenmörtel oder als Mineral-Fertigmörtel verarbeitungsfertig im Eimer als pastöse Masse angeboten – ohne Kunststoffzusätze.

Dispersionsputz ist der Sammelbegriff für Beschichtungen mit putzartigem Aussehen. Die Bindemittel von Dispersionsputzen sind organischer Herkunft: wässrige Polymerdispersion, eine Kombination mit Kaliwasserglas oder Silikonharzemulsion oder ein in Lösungsmitteln gelöstes Harz. Zement oder Kalk fehlen ganz. Die Putze werden in pastöser Form verarbeitungsfertig angeboten. Sie müssen nur noch durchgerührt und eventuell mit Wasser oder einem Lösungsmittelzusatz auf die gewünschte Konsistenz gebracht werden.

BUNTSTEINPUTZ beispielsweise  ist eine Variante eines Dispersionsputzes, die im Innenbereich etwa bei der Gestaltung von Säulen, Pfeilern und exponierten Wänden Verwendung findet. Der Multicolor-Effekt wird ohne Pigmente und Füllstoffe ausschließlich durch naturfarbige Marmorkörnungen, eingefärbte Quarzkörner oder natürlichen Kies unterschiedlicher Färbung erzeugt. Das Auftragen und die Oberflächenglättung erfolgen mit einer Edelstahl-Glättkelle. Es gibt wässrige und lösungsmittelhaltige Typen.

FASERPUTZ kann ein Textilputz aus Baumwolle oder Viskose und Mineralien sein. Eine andere Gruppe sind Putze auf Basis von Zellulosefasern oder -mehlen, mineralischen Füllstoffen usw. Die Texilputze werden als Trockenmaterial mit Wasser angemischt. Je weicher die Faserputzoberfläche ist, umso besser kann sie Schall absorbieren.

GIPSPUTZ kann für alle Innenräume im Wohnungsbau sowie für Räume mit wohnähnlichem Charakter im Nichtwohnbau eingesetzt werden. DIN V 18550 „Putz und Putzsysteme – Ausführung“ betont ausdrücklich, dass Putzsysteme mit Baugips als Bindemittel auch für häusliche Küchen und Bäder geeignet sind.

In diesen Räumen ist nicht mit einer andauernden und starken Feuchtebelastung durch Wasserdampf, sondern nur mit gelegentlichem Spritzwasser und kurzzeitig erhöhter Luftfeuchte zu rechnen, die für den Gipsputz keine Beeinträchtigung darstellen. Eine vorübergehende – auch wiederholte – Belastung von Gipsputz durch Wasserdampf ist unschädlich, wenn der Gipsputz anschließend durch Trocknung wieder seine Ausgleichsfeuchte er-reichen kann.

KALKPUTZ ist ein mineralischer Putz auf der Basis von Kalkhydrat als alleinigem Bindemittel. Kalkputze sind diffusionsoffen und feuchteregulierend. Saure Schadstoffe werden durch die Alkalität des Kalkes (hoher ph-Wert)neutralisiert, Bakterien und Schimmelpilze können auf den Oberflächen nicht existieren.

KUNSTHARZPUTZ ist eine andere gängige Bezeichnung für den Sammelbegriff Dispersionsputz.

LEHMPUTZ besteht aus reiner Erde, der Pflanzenfasern (zum Beispiel Zellulose oder Stroh) zugegeben sein können. Er wird in allen Bereichen des Wohnbaus eingesetzt und wirkt sich durch die Regulierung der Luftfeuchtigkeit sehr positiv auf das Raumklima aus. Aus dem gut gestaltbaren Material werden natürlich ästhetische Oberflächen geschaffen. Lehmputz kann glatt oder rau verarbeitet 
werden.

Um besondere Effekte zu erzielen, ist es möglich, Strohfasern, Perlmutt oder Farbpigmente mit zu verarbeiten. Lehmstreichputze, Glanzputze sowie Lehmspachtelputze bieten weitere Möglichkeiten der kreativen Wandgestaltung mit Lehm. Einfache, geglättete Oberflächen sind machbar, aber auch strukturierte bzw. modellierte.

Tonputz ist ein Lehmputz aus reinem Ton und speziellen Sanden.

LEHM-GIPSPUTZ ist eine Kombination, die die positiven Eigenschaften beider Putzarten vereint. Zur guten Feuchtigkeitsaufnahme kommt eine höhere Festigkeit hinzu sowie eine schnellere Austrocknung und die einlagige Verarbeitung von 5 bis 40 Millimeter.

SPACHTELMASSEN ohne Körnung werden zur Herstellung glatter Oberflächen angeboten. Gebräuchlich sind mineralische Spachtelmassen in Pulverform oder organisch gebundene Spachtelmassen in verarbeitungsfertigem, pastösen Zustand, zunehmend lösungsmittelfrei.

WERKTROCKENMÖRTEL ist nach DIN 18557 ein Gemisch der Ausgangsstoffe, das auf der Baustelle durch ausschließliche Zugabe einer vom Hersteller anzugebenden Menge Wasser und durch Mischen verarbeitbar gemacht wird (Mineralischer Trockenmörtel im Sack).

Unser Tipp: Neu Einrichten mit Home24.

 

Bildergalerie: Zum Vergrößern einfach ins Bild klicken

Buntsteinmix, www.quick-mix.de
Faserputz, www.floxxan.de
Kalkputz, www.haganatur.de
Gipsputz, www.knauf-baudprodukte.de
Lehmputz, www.baumit.com
Tonputz, www.emoton.at
Kunstharzputz, www.lugato.de
Werktrockenmörtel, www.knauf-bauprodukte.de
Spachtelmasse, www.molto.de
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