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Dämmung: Schritt für Schritt zum Ziel

04.03.2016

Der Boden im unbewohnten Dachgeschoss wird mit Polyurethan-Hartschaum gedämmt. So reduziert der Hausbesitzer die Wärmeverluste erheblich. IVPU

Die Diagnose ist eindeutig: Eigenheime, die vor 30, 40 Jahren gebaut wurden, verbrauchen etwa zwischen 15 und 20 Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche – und das jedes Jahr. Das ist nach heutigen Standards viel zu viel. Das Ziel ist klar: Der Energieverbrauch soll runter, um die Kohlendioxidemissionen zu verringern und das Finanzbudget zu entlasten. Im Idealfall geht man systematisch an die Aufgabe heran, betrachtet das ganze Haus als energetische Einheit und saniert ganzheitlich: der große Wurf.

Dabei wird nach einer eingehenden Analyse eines qualifizierten Energieberaters häufig folgende Therapie empfohlen: Neue Fenster einbauen, das Dach dämmen, der Fassade ein Wärmedämm-Verbundsystem verpassen, den alten Heizkessel ersetzen, auf eine neue, effizientere Heizung mit der Nutzung regenerativen Energien umsteigen und dabei alle öffentlichen Fördermittel nutzen, die es gibt. Das ist sozusagen die ideale Herangehensweise (siehe dazu das Interview mit Prof. Dr. Helmut Weber), die dazu führen kann, dass ein Bestands­objekt nach umfassender Sanierung nur noch fünf Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr verbraucht.

Innovation an der Fassade: Caparol hat ein Wärmedämm-Verbundsystem auf der Basis von nachwachsendem Hanf entwickelt und auf den Markt gebracht.

Die Realität sieht leider oft anders aus. Vor allem Durchschnittsverdiener, die 30 Jahre lang ihr Haus abbezahlt haben, verfügen am Ende ihres Arbeitslebens häufig nicht über das Kapital für eine ganzheitliche energetische Sanierung. Ihre Alternative: Eine Schritt-für-Schritt-Strategie, die sich dem knappen Budget anpasst, denn auch einzelne Dämmmaßnahmen führen nach und nach zu geringerem Energieverbrauch.

Bauphysikalisch sinnvoll ist die Aufsparrendämmung, weil die Dämmelemente, zum Beispiel aus Polyurethan-Hartschaum,<br />
voll­flächig auf den Dachbalken liegen und so Wärmebrücken verhindern. BauderDoch wo anfangen? Am besten bei der ungedämmten Kellerdecke. Allein zehn Prozent der Heizwärme eines Gebäudes geht durch die nicht gedämmte Kellerdecke verloren. Eine entsprechend dimensionierte Kellerdeckendämmung reduziert den Heizwärmeverlust ganz erheblich. Angenehmer Nebeneffekt: Der Boden im Erdgeschoss wird schön fußwarm. Noch höheres Einsparpotenzial bietet die Dämmung der obersten Geschossdecke, wenn das Dachgeschoss nicht für Wohnzwecke ausgebaut ist. Hintergrund: Rund 30 Prozent der Heizwärme geht über das Dach verloren: Die Dämmplatten werden auf dem Boden des Dachgeschosses verlegt, so entweicht weniger Energie von unten nach oben über den Dachraum nach außen. Muss die Dacheindeckung erneuert werden, so ist eine gleichzeitige Erneuerung der Dachdämmung angesagt. Hier bietet sich eine bauphysikalisch sinnvolle Aufsparrendämmung an, die die Dachkonstruktion vollflächig abdeckt.

Auch eine Kombination aus Auf- und Zwischensparrendämmung ist denkbar. Was für die Dacheindeckung gilt, gilt auch für die Fassade. Ist der alte Putz über die Jahrzehnte so schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, dass er abgeschlagen werden muss, kommt im Rahmen der Sanierung ein Wärmedämm-Verbundsystem in Betracht, weil es wirtschaftlich ist, als Grundlage für den neuen Putz eine Fassadendämmung anzubringen. Wer die Fassade nicht dämmen möchte oder nicht dämmen darf, weil der Denkmalschutz dies untersagt, dem bietet sich die Möglichkeit der Innenraumdämmung mit bewährten Systemlösungen.  Auch Sanitärleitungen und Rollladenkästen sollte man wärmedämmen, gelten sie doch als „Energiefresser“.

Dabei gilt stets: Energetische Maßnahmen gehören sowohl was die Diagnose als auch die Ausführung betrifft in die Hände von Fachleuten. Schließlich geht es bei der Wärmedämmung auch um Schall- und Brandschutz sowie um die Verhinderung von Wärmebrücken, die  teure Bauschäden verursachen können.

Weitere Tipps

Beim Wärmedämmen kommt  es auf exaktes Arbeiten an:  Hier werden die Nahtstellen  zwischen den Dämmplatten mit Klebeband kaschiert, um Dichtigkeit herzustellen. IVPU
Die ungedämmte Kellerdecke ist ein richtiger „Energiefresser“. Dämmt man sie, so wird auch der Fußboden im Erdgeschoss wärmer und somit für die Füße angenehmer. Rockwool
Beim Dachausbau werden oft Gauben eingesetzt. Sie sollten umfassend gedämmt werden, wie zum Beispiel hier mit Dämmstoffen aus nachwachsenden Holzfasern. Verband Holzfaser Dämmstoffe
Wo eine Außendämmung entweder nicht möglich oder nicht gewünscht ist, lassen sich Wohnräume mit Multipor-Mineraldämmplatten auch von innen dämmen. Xella
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