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Wärmedämmung: Obere Geschossdecke

10.12.2015

Der selbstverständliche Um­­gang mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) bei Neubauten ist bei Erwerbern von gebrauchten Immobilien nicht in gleichem Maß gegeben. Vielen ist sie nicht einmal bekannt. Dabei enthält sie auch Regelungen für bestehende Immobilien.

Mit der EnEV 2009 wurden erstmals Anforderungen formuliert, die durch die Eigentümer zu erfüllen sind. In der EnEV 2014 sind diese weiter präzisiert. Leider gibt es seitens der Verkäufer oder eingeschalteter Makler dazu keine Aufklärungspflicht.

Worauf kommt es an?

Auch wenn Erwerber erst nach dem Kauf von Nachrüstpflichten für Bestandsimmobilien erfahren, müssen sie sich drei im Abschnitt 3 der EnEV formulierten Basisforderungen stellen: Dem Austausch von Heizkesseln, der Dämmung wärmeführender Leitungen und der Dämmung der obersten Geschossdecke.

Für Wohn- und Nichtwohngebäude, die vier Monate im Jahr mit mindestens 19 Grad beheizt werden, gilt, dass zugängliche Decken zu nicht beheizten Dachräumen zu dämmen sind. Dabei muss so gedämmt werden, dass der Wärmedurchgangskoeffizient von 0,24 Watt pro Quadratmeter und Grad Kelvin nicht überschritten wird – sofern die Anforderungen an den baulichen Mindestwärmeschutz nicht bereits erfüllt sind. Ersatzweise kann das darüber liegende Dach gedämmt werden. Bei Holzbalken­decken aller Gebäudealtersklassen kann der Mindestwärmeschutz gegeben sein. Ist die Dämmung nicht einsehbar, sollte eine Überprüfung durch einen Energieberater erfolgen.

Fristen beachten

Die Pflicht zur Nachrüstung der Wärmedämmung, die auch für Ein- und Zweifamilienhäuser gilt, besteht bis zum 31.12. 2015. Ausgenommen sind selbstgenutzte Häuser mit maximal zwei Wohnungen, von denen eine bereits vor dem 1. Februar 2002 vom Eigentümer bewohnt wurde. Hier greift die Pflicht zur Dämmung bei Eigentümerwechsel mit einer Frist von zwei Jahren. Daraus ergibt sich auch rückwirkend eine Nachrüstungspflicht. So können Eigentümer, die zwischen dem 1.02.2002 und dem 1.01.2013 eine Immobilie erworben haben, bereits mit der EnEV in Verzug sein. Das kann teuer werden. Für Verstöße gegen die Nachrüstungspflicht droht ein Bußgeld bis zu 50 000 Euro.

Mit der Herstellung der entsprechenden Dämmqualität ist es nicht immer getan. So ist oft das Verlegen einer Dampfbremse bzw. -sperre erforderlich, um Feuchteschäden zu vermeiden.

Dämmstoff-Beispiele

Beispiel Steinwolle

Beispiel Holzfaser-Dämmplatten

Beispiel Polystyrol

Beispiel Polyurethan

Beispiel Einblas-Glaswolle

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