Von außen dämmen
Die Dachsanierung ist eine beliebte Maßnahme, um Energiekosten zu reduzieren. Besonders effektiv vor Wärmeverlusten schützt beispielsweise eine Kombination aus Zwischen- und Aufsparrendämmung.
Alleine über das Dach können bis zu 30 Prozent der Heizenergie verloren gehen. Das ist besonders gravierend und ärgerlich, wenn der Wohnraum schon zu Wohnzwecken ausgebaut ist und man von innen her nichts mehr in Sachen Wärmedämmung unternehmen möchte oder ausrichten kann.
Bei der hier gezeigten Methode werden die zu verbauenden Dämmschichten nicht raumseitig, sondern von der Außenseite eingebracht, nachdem das Dach komplett abgedeckt wurde. Diese Maßnahme eignet sich auch dann, wenn ohnehin eine Neueindeckung geplant ist.
Ein großer Vorteil des kombinierten Aufbaus: Wärmebrücken werden vermieden, da die Aufsparrendämmung eine zusätzliche Schicht über dem Dachtragwerk und Zwischenwänden bildet.
Bei der bisher üblichen Dämmlösung mit Zwischen- und Aufsparrendämmung von außen wird zuerst die Dampfbremse wannenförmig in die Gefache eingelegt, um die Luftdichtheit gemäß EnEV 2009 und DIN 4108 sicherzustellen. Anschließend wird die Zwischensparrendämmung eingesetzt.
Hintergrund für diese Aufbauvariante ist die so genannte 20-Prozent-Regel der DIN 4108, Teil 3, die besagt, dass nur ein Fünftel des Dämmstoffs raumseitig vor der Dampfbremse liegen darf. So sollen Tauwasserausfälle innerhalb der Dachkonstruktion verhindert werden.
Dampfbremse dazwischenliegend
Hier geht man nun einen neuen Weg. Bei der Kombilösung, die sich eignet, wenn die raumseitige Beplankung ausreichende Dichtheit aufweist, wird die Dampfbremse zwischen Auf- und Zwischensparrendämmung verlegt. Generell liegen somit mehr als 20 Prozent des Dämmstoffs vor der Luftdichtheitsschicht.
Den Nachweis zur Umsetzbarkeit führt der Systemgeber mit Gutachten der Universität Kassel. Das Feuchteverhalten der Konstruktion wurde dort durch mehrdimensionale hygrothermische Simulationsrechnungen überprüft. Für Bau- und Sanierungsobjekte wird vom Unternehmen bei Bedarf eine objektbezogene Beurteilung erstellt.
Diese neue Dämmlösung erreicht auch im Altbau den sogenannten Passivhaus-Standard oder „KfW-Effizienzhaus 85“-Standard und sichert somit Finanzierungshilfen für Bauherren. Empfohlen werden Dämmstoffdicken von 120 bis 180 Millimeter zwischen den Sparren und eine Dicke von 80 bis 200 Millimeter auf den Sparren.
Für die Zwischensparrendämmung rät der Dämmstoffhersteller zu dem neuen Glaswolle-Dämmstoff mit sogenannter ECOSE-Technology, einem formaldehydfreien Bindemittel für Mineralwolle, das vorwiegend natürlich-organische Grundstoffe enthält.
Nach dem Einklemmen des Dämmstoffs zwischen den Sparren wird die Dampfbremse einfach plan über der ersten raumseitigen Dämmschicht verlegt. Im Vergleich zur üblichen wannenförmigen Verlegungsmethode werden so, je nach Dachgröße, mehrere Quadratmeter Folie eingespart.
Außerdem werden bekannte Fehlerquellen in den Gefachen, wie unsachgemäß ausgelegte und unzureichend befestigte Dampfbremsbahnen, minimiert. Die Folienbahnen, die ausgebreitet über der Zwischensparrendämmung und den Sparren liegen, müssen nur noch miteinander verbunden und fachgerecht im Bereich der Anschlüsse zum Mauerwerk oder den Sparren verklebt werden.
Hierfür empfiehlt sich dann das Luftdicht-Dämmsystem LDS, wie beispielsweise die Dampfbremsfolie LDS 2 Silk mit einem sd-Wert von 2 Metern oder den Klebstoff für den Außenbereich LDS Solimur MS. Materialien und Materialverbindungen wurden geprüft und für mehr als 50 Jahre Alterungsbeständigkeit zertifiziert.
Als Aufsparrendämmung sind etwa Steinwolle-Dämmstoffe geeignet. Die Schrägdach-Dämmplatte SDP-035-GF sorgt beispielsweise für die Erhöhung der Speichermasse der Dachschräge und bietet somit neben der guten Wärmedämmung auch sommerlichen Wärmeschutz.
Auf der obersten Dämmschicht aus Steinwolle wird vor der Einlattung nur noch eine Unterdeckbahn verlegt, um die Konstruktion vor Nässe zu schützen. Als Systemkomponente bietet sich zum Beispiel die Unterdeckbahn LDS 0.04 mit ihren Selbstklebestreifen zur Verklebung der Bahnüberlappungen an. Mit diesem Aufbau steht eine zukunftsfähige effiziente Problemlösung zu Verfügung.




