Schöner wohnen unterm Dach
Im Dachboden vieler Häuser schlummern Raum- und Energiereserven, die viel zu schade dafür sind, dass sie wie bisher im Verborgenen bleiben mussten.
Wohnen unterm Dach ist attraktiv, der Ausbau liegt deshalb immer noch voll im Trend. Der Grund: Fernab vom Straßenlärm ist es hell und gemütlich, unvergleichlich schön erscheint oft der Blick über die Dächer der Nachbarschaft.
Was wird gebraucht, was gewünscht? Aus planerischer und handwerklicher Sicht ist der Dachausbau, allerdings unter Beachtung einiger wichtiger Grundregeln einfacher als häufig angenommen. Vor der Eignungsprüfung und der Planung sollten Sie sich über die Anzahl der Nutzer, die individuellen Ansprüche, Flexibilität mit Blick auf künftige Wohn- beziehungsweise Bewohnersituationen und verfügbare Mittel klar werden.
Behörden und Genehmigung: Was ist notwendig, was erlaubt? Der Ausbau einzelner Dachräume ist in einigen Bundesländern genehmigungsfrei, für eine komplette Wohnung benötigen Sie in der Regel eine Baugenehmigung. Erkundigen Sie sich bei den zuständigen Behörden (zum Beispiel dem Bauamt, gegebenenfalls dem Amt für Denkmalpflege) nach den Vorschriften und Anforderungen (Vorgaben für Dachneigungen und Firsthöhen im Bebauungsplan).
Ebenso ist zu prüfen, ob Nachbarn zustimmen müssen oder ein Pkw-Stellplatz nachzuweisen ist. Ein Tipp: Einige Städte und Gemeinden fördern den Dachausbau, um zusätzlichen Wohnraum ohne Aufwendungen für die Infrastruktur zu erhalten. Also, nicht vergessen, neben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auch die zuständigen örtlichen Behörden nach Fördermöglichkeiten für Ihre Maßnahme zu fragen!
Um jetzt die technischen Möglichkeiten und den Umfang der Bauarbeiten zu ermitteln, ist ein Bestands-Check durch einen Experten (beispielsweise durch einen unabhängigen Bauherrenberater des Bauherren-Schutzbundes äußerst wichtig: Dabei spielen die Dachform und -neigung sowie die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion und deren Beschaffenheit eine wesentliche Rolle.
Dächer mit einer Neigung unter 20 Grad eignen sich ohne spezielle Maßnahmen nicht als Wohnraum. Bei Neigung größer als 50 Grad könnte eventuell sogar eine zweite Wohnebene eingerichtet werden.
Neben der Dachform oder Dachneigung ist zu klären, ob das Dach regendicht ist, die Bauteile (Dachsparren, Lattung, Stützen, Fußboden) trocken, ausreichend tragfähig und ohne Schädlingsbefall sind, eine fachgerechte Wärmedämmung vorhanden ist, Schadstoffe wie Asbest oder Holzschutzmittel verbaut wurden, Versorgungsleitungen (Elektro, Heizung, Wasser, Abwasser) vorhanden sind und an das Hausnetz angeschlossen werden können.
Planung:
Was ist wirklich wichtig, was nützlich? Die sichtbaren Elemente der Dachkonstruktionen in Bestandsgebäuden werden fälschlicherweise oft als Barrieren oder Hindernisse verstanden. Besser ist es, Vorhandenes kreativ zu nutzen und zu integrieren. Das schaffen erfahrene Architekten ohne Probleme.
Die ja bereits vorhandene Konstruktion des Dachstuhls ermöglicht in der Regel großzügige Grundrisse mit einer weitgehend freien Raumaufteilung. Die Bauordnungen der Länder schreiben für ständig bewohnte Räume eine Mindesthöhe von 2,30 Meter für mindestens 50 Prozent der Grundfläche vor. Raumhöhen unter einem Meter gelten dagegen nicht als Wohnfläche.
Fazit: Unabhängig davon, ob Sie die Wohnung selbst nutzen oder vermieten, ist es sinnvoll, möglichst weitsichtig und nachhaltig zu planen. Denken Sie an flexible Grundrisse und Konstruktionen, die eine Anpassung an veränderte Lebenssituationen möglich machen.


