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Dacheindeckung

25.10.2012

Bei der Dacheindeckung stehen viele Möglichkeiten zur Verfügung. Doch wo liegen die Unterschiede der Werkstoffe, welche Vorteile bieten sie und wie groß ist die Gestaltungsvielfalt?

Material und Herstellung:
Schiefer ist ein Sedimentgestein, das durch Ablagerungen vor 400 Millionen Jahren entstand. Er wird mit moderner Technik Über- und Untertage gewonnen und anschließend bearbeitet. Es erfordert viel Geschick und sorgfältiges Vorgehen, bis aus den zum Teil sehr massiven Schieferblöcken Decksteine für Dach und Fassade werden.

Der Dachziegel ist ebenfalls ein Baustoff mit langer Tradition, der aus rein natürlichen Rohstoffen besteht. Er wird aus Ton geformt und bei 1000 Grad Celsius im Ofen gebrannt. Dieses Produktionsprinzip hat sich seit Jahrtausenden nicht geändert.

Dachsteine finden seit rund 150 Jahren Verwendung und bestehen zu rund 70 Prozent aus Sand. Hinzu kommen Zement, Wasser, und Farbpigmente. Der Grundstoff für den Zement wiederum ist ein Gemisch aus Kalkstein und Ton. Der Kalkmergel wird in Steinbrüchen gebrochen, getrocknet, gebrannt und dann zu Zement vermahlen.

Titanzink ist eine Legierung aus Elektrolyt-Feinzink mit einem Reinheitsgrad von fast 100 Prozent und exakt definierten Anteilen an Kupfer und Titan. In einem kontinuierlichen Arbeitsgang wird der Rohstoff geschmolzen, gegossen und in gleichmäßiger Materialgüte als „Coil“ auf eine Stahlhülse gewickelt. Diese Coils dienen der Weiterverarbeitung als universelles Ausgangsprodukt.

Verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten
Was die Farbauswahl angeht, haben die Dachziegel und -steine die Nase vorn. Ob matt oder glänzend, tiefrot oder himmelblau – alles ist möglich. Gestaltungsvielfalt erhält man zudem über die verschiedenen Formen. Die Auswahl reicht vom Rautenziegel bis zur asymmetrischen Wellenform.

Schiefer
Besonders beliebt ist die Rechteck-Doppeldeckung, die aufgrund ihrer Geradlinigkeit modern wirkt. Aber auch farblich hat Schiefer einiges zu bieten. Schiefer ist keineswegs nur in klassischem Graublau erhältlich, sondern auch in Rot- oder Grüntönen. Alle Farben sind dabei in einem natürlichen Prozess entstanden.

Bei Titanzink kann zwischen einer walzblanken Variante, die über die Jahre die typische blaugraue Patina erhält, und der bereits vorbewitterten Variante in Blaugrau oder Schiefergrau gewählt werden. Neben den natürlichen, patinabildenden Oberflächen bietet Titanzink die Möglichkeit der Farbbeschichtung in RAL-Farbtönen.

Die Gestaltungsvielfalt erschließt sich bei Titanzink vor allem über die Flexibilität des Werkstoffs. Neben der vollflächigen Eindeckung von geradlinigen, gebogenen oder gekrümmten Dachformen in verschiedenen Varianten können Details wie Schornstein, Dachabschluss, Gauben und Dachbalkone harmonisch mit Titanzink verkleidet werden. Ein besondere Reiz bei der Verwendung von Zinkdächern liegt in der Gestaltungsmöglichkeit durch den Schattenwurf von Falzen und Verbindungen der Zinkprofile.

Schiefer ist über die Formgebung und zusätzlich über die unterschiedlichen Verlegearbeiten vielfältig in der Gestaltung. Fotos: www.dach.deWichtig sind Langlebigkeit und Sicherheit
Frostbeständig, langlebig, nahezu wartungsfrei und äußerst robust: Diese Attribute treffen auf alle vier der vorgestellten Dachbaustoffe zu. Titanzink erreicht die lange Lebensdauer aufgrund der hohen Korrosionsfestigkeit, die über die natürliche Patina entsteht. Zudem lässt sich das Material zu mehr als 90 Prozent problemlos recyceln. Auch Schiefer überzeugt mit einer langen Lebensdauer, besonderer Robustheit und minimalem Pflegeaufwand.

Bei den Dachziegeln und Dachsteinen schützt die Oberflächenveredelung vor schädlichen Umwelteinflüssen wie saurem Regen, Abgasen und UV-Strahlung. Die Besonderheit des Dachsteins liegt darüber hinaus in seiner steigenden Härte: Je länger Dachsteine auf dem Dach liegen, umso härter und widerstandsfähiger werden sie.

Umwelt
Keiner der vier Dachbaustoffe ist baubiologisch oder gesundheitlich bedenklich. Sowohl Schiefer und Titanzink als auch Dachziegel und Dachstein sind robuste und sichere Baustoffe, die auf dem Dach lange Jahre zuverlässigen Schutz bieten und dem Eigenheim vor allem optisch einen eigenen Charakter verleihen. Die Frage nach dem besten Dachbaustoff muss folglich jeder individuell und passend zum eigenen Geschmack, der Dachform und dem Stil des Hauses beantworten. Quelle: www.dach.de

Zum Download: Begriffe runds ums Dach verständlich erklärt

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