Dachdeckung
Sowohl Dachziegel als auch Dachsteine betonen den schlichten und funktionalen Stil eines Daches und finden sich deshalb bevorzugt auf traditionellen Dachformen wie dem Satteldach wieder. Der Dachstein zählt zu den „Klassikern“ unter den Dacheindeckungen. Er ist überaus tragfähig, frostbeständig und hat eine hohe Formgenauigkeit.
Absolut einmalig bei Dachsteinen: je länger sie auf dem Dach liegen, umso härter werden sie. Aus diesem Grund zählen sie auch zu den Spitzenreitern beim Thema Langlebigkeit.
Doch auch Dachziegel zählen zu den am häufigsten verwendeten Dachbaustoffen in Deutschland. Ausschlaggebend für ihre hohe Popularität ist der Rohstoff Ton, aus dem sie gefertigt werden. Dachziegel gibt es in den verschiedensten Farben.
Für Dächer mit einer organischen Dachform eignet sich eine Schiefereindeckung. Der Baustoff kann sich problemlos den Rundungen von architektonisch anspruchsvollen Formen wie Mansard-, Zwiebel- und Glockendächern optimal anpassen, deshalb entstehen keine Brüche oder auffällige Unebenheiten in der Dachoptik.
Schiefer ist variabel – für First, Ortgänge, Kehlen und Grate kann der Baustoff vor Ort passgenau bearbeitet werden und garantiert so eine durchweg homogene und harmonische Optik des Daches. Unverwechselbares Markenzeichen des Natursteins: seine schimmernde graublaue Farbe.
Immer beliebter sind Dächer aus Titanzink. Die natürliche Dacheindeckung ist nahezu wartungsfrei – dank der blaugrauen Patina, die einen dauerhaften Korrosionsschutz bietet. Ein weiterer Pluspunkt: die hohe Gestaltungsvielfalt. Von horizontalen und vertikalen Mustern bis hin zu diagonalen Lösungen ist alles möglich.
Dachgauben, Kamine und Giebel lassen sich ebenfalls mit Titanzink einfassen und werden dadurch wasser- und winddicht. Ganz nebenbei wird so auch die Gesamtoptik des Daches aufgewertet.
Farben sind Ausdruck des persönlichen Lebensgefühls. Auch beim eigenen Dach entscheiden sich deshalb immer mehr Bauherren für eine Eindeckung, die ihrer Individualität Ausdruck verleiht. Der endgültigen Entscheidung sollte aber immer eine sorgfältige Planung vorausgehen, damit das Ergebnis den eigenen Vorstellungen entspricht.
Klassisch-Rot, Kupfer, hellgrau, dunkelrot oder tiefschwarz: Die Auswahl an farbigem Deckmaterial ist heute größer als je zuvor. Allein einer der meistverkauften Dachsteine Deutschlands – die Frankfurter Pfanne von Braas – ist in 14 Farb-Oberflächenkombinationen erhältlich.
Bei den Dachziegeln sind es je nach Modell sogar bis zu 15 unterschiedliche Farbtöne. Dabei hat jede Farbe ihre ganz eigene Wirkung: Kupfer zum Beispiel wirkt eher edel und frisch, während Granit eine vornehm zurückhaltende Ausstrahlung hat. Auch die Fassadenfarbe und die Umgebung des Hauses sollten bei der Auswahl berücksichtigt werden. So wirken natürliche Farben in einer ländlichen Gegend harmonisch, während sie in Siedlungsbereichen kontrastreiche Akzente setzen.
Das erste selbstreinigende Tondach lieferte bereits vor Jahren die Firma Erlus mit der Lotus-Oberfläche. Es bleibt laut Hersteller über Jahre sauber im Vergleich zu Eindeckungen mit herkömmlichen Dachziegeln.
Die eingebrannte Oberflächenveredelung der Erlus-Tondachziegel zerstört die organischen Schmutzteilchen wie Fettablagerungen, Ruße, Moose und Algen mit Hilfe des Sonnenlichts. Der Regen wäscht sie ab.
Ausgenommen sind natürlich lichtundurchlässige Gegenstände wie Laub oder Äste. Erlus Lotus erreicht die optimale Wirkung ab 10 Grad Celsius und wirkt ab 20 Grad Dachneigung.
Das Dach wurde jetzt auch als neuer Katalysator entdeckt: Dachziegel und Dachsteine von Braas und Nelskamp reinigen die Luft. Mit Hilfe von Sonnenstrahlen neutralisiert das Mineral Titandioxid schädliche Stickoxide aus der Luft. Dabei nutzt sich die mineralische Oberfläche mit ihrer Katalysator-Wirkung nicht ab und hält Wind und Wetter Jahrzehnte Stand.
Eine Dachfläche von 200 Quadratmetern, die mit Dach-Steinen der neuen Oberflächenbeschichtung eingedeckt ist, zersetzt jedes Jahr die Menge Stickoxide, die ein Auto mit Euro-4-Norm durchschnittlich auf rund 17000 Kilometern erzeugt. Dies ergaben laut Braas Untersuchungen am Institut Explorair in Frankreich.
Neben diesen umweltaktiven Eigenschaften wurden auch selbstreinigende Effekte der Photokatalyse beobachtet. Algen und Flechten, die häufig Dächer befallen, werden durch die Beschichtung zersetzt und mit dem Regen abgewaschen.
Windsog: Gefahr fürs Dach
Der Herbst steht vor der Tür – und damit das für diese Jahreszeit typische Wetter. Tipp: Ein Dachhandwerker sollte rechtzeitig überprüfen, ob das Deckmaterial ausreichend gegen Windsog gesichert ist. Dabei kommt es vor allem darauf an, wie die einzelnen Dachpfannen befestigt sind.
So gibt es spezielle Sturmklammern, die optimal auf die jeweilige Eindeckung abgestimmt sind.
Als Grundlage für die Sicherung mit Sturmklammern dienen die vom Wetterdienst definierten Windlastzonen in Deutschland: Je nach örtlicher Windlast kann es erforderlich werden, mindestens jede dritte, jede zweite oder gar jede Dachpfanne mit Sturmklammern zu befestigen.
Der Fachhandwerker weiß, welche Klammer die richtige für die jeweilige Dachpfanne ist.




