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Weshalb in eine Solaranlage investieren?

14.12.2012

Am Ausbau der erneuerbaren Energien scheiden sich die Geister, wie kürzlich zwei repräsentative Umfragen zeigten: So erklärten 93 Prozent der Deutschen, dass ihnen Nutzung und Ausbau von erneuerbaren Energien „wichtig“ oder „sehr wichtig“ sind. Doch wenn es ums Bezahlen geht, zeigen sich die Befragten zugeknöpfter: Die sogenannte Ökostrom-Umlage wird ab dem 1.1.2013 von rund 3,6 Cent auf rund 5,3 Cent je Kilowattstunde (kWh) Strom ansteigen und zu höheren Strompreisen führen. Aus diesem Grund empfinden 51 Prozent der Deutschen den Anstieg der Umlage als „zu hoch“ und plädieren deshalb mehrheitlich für eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), das unter anderem die Ausbauziele und die Höhe der Vergütung des Ökostroms festlegt. Das EEG selbst soll jedoch nach Ansicht von 80 Prozent der Befragten erhalten bleiben.

Die regelmäßige Kontrolle der Photovoltaik-Anlagen- und -Ertragsdaten sichert langfristige Systemeffizienz – egal ob per Smartphone, PC oder bequem vom Sofa aus. VoltwerkDie Vergütungssätze für Solarstrom sinken regelmäßig
Im Vergleich zu vielen anderen Investitionen rund ums Haus bieten Photovoltaikanlagen zwei Besonderheiten: Der Hauseigentümer wird ein Stück weit unabhängiger von der öffentlichen Stromversorgung. Für die Einspeisung des überschüssigen Solarstrom ins Netz erhält der Betreiber eine gesetzlich garantierte Vergütung über einen Zeitraum von 20 Jahren plus des Jahrs der Inbetriebnahme. Den rechtlichen Hintergrund dafür bildet das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das Technologien zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen in Deutschland voranbringen möchte.

Das EEG regelt dazu den vorrangigen Anschluss zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien und verpflichtet die Netzbetreiber (Stromversorger), diesen Strom abzunehmen und zu festgelegten, aber veränderlichen Konditionen zu vergüten. So beträgt zum Beispiel die Vergütung seit dem 1.12.2012 für Dachanlagen bis 10 Kilowattpeak (kWp) 17,45 Cent pro Kilowattstunde (kWh) und für Dachanlagen von 10 bis 40 kWp gibt es 16,56 Cent/kWh. Doch diese Beträge sinken regelmäßig. Denn das EEG legt auch fest, unter welchen Randbedingungen die Vergütungen um einen bestimmten Prozentsatz sinken. Man spricht hier von der Degression. Seit dem 1.5.2012 gilt eine monatliche Basisdegression von einem Prozent. Zusätzlich gibt es eine jährliche Gesamtdegression. Dies hat zur Folge, dass die Vergütungssätze ab Januar 2013 auf 17,45 Cent/kWh für Dachanlagen bis 10 kWp und auf 16,56 Cent/kWh für Dachanlagen von 10 bis 40 kWp sinken. Die ab Februar 2013 gültigen Sätze stehen erst Ende Januar fest.

Übrigens: Neu eingeführt wurde zum 1.4.2012 das sogenannte Marktintegrationsmodell. Demnach wird nur noch bei Dachanlagen bis 10 kWp der gesamte, jährlich ins Netz eingespeiste Solarstrom mit dem jeweils geltenden Einspeisetarif vergütet. Bei Dachanlagen von 10 bis 1000 kWp sind es maximal 90 Prozent.

Damit die berechnete Solarrendite hinterher auch tatsächlich eintritt, sollten Hausbesitzer einen kompetenten, erfahrenen Photovoltaikhandwerker für Planung und Montage wählen. Wagner-SolarDer Eigenverbrauch von Solarstrom lohnt sich
Das Besondere an den EEG-Vergütungen ist, dass sie von den Stromversorgern an die Solar- oder Windstrom-Produzenten gezahlt werden, ohne dass dabei staatliche Gelder zum Einsatz kommen. Die Differenz zum niedrigeren Marktpreis für Strom fließt zu einem späteren Zeitpunkt an die Energieversorger zurück und zwar durch die sogenannte EEG-Umlage, auch Ökostrom-Umlage genannt. Die EEG-Umlage wird, aufgrund diverser Ausnahmeregelungen, vor allem von den privaten Haushaltsstromkunden in Deutschland bezahlt – quasi als Aufschlag auf jede verbrauchte Kilowattstunde Strom.

Die EEG-Umlage wird entsprechend der Höhe der Zubauraten bei den erneuerbaren Energien jährlich neu berechnet: in diesem Jahr waren es 3,592 Cent/kWh und ab dem 1.1.2013 sind es 5,3 Cent/kWh.

Ob und wie lange es noch bei den aktuell gültigen Bestimmungen bleiben wird, ist derzeit unsicher. Die Bundesregierung hat bereits eine erneute Überarbeitung des EEG angekündigt. Allerdings stehen nächstes Jahr die Bundestagswahlen an. Wohl auch deshalb erwartet Umweltminister Altmaier Korrekturen am EEG nicht vor Mitte 2014.

Für private Betreiber ist die eigene Photovoltaikanlage eine Chance, in sicheres Sacheigentum statt in abstrakte Geldanlagen zu investieren und dafür über viele Jahre hinweg eine attraktive Rendite zu bekommen. Bei aktuell durchschnittlichen Kosten von 1700 Euro pro kWp für eine fertig installierte Eigenheim-Dachanlage ergeben sich durchschnittliche Solarrenditen von etwa vier bis sechs Prozent (vor Steuern).

Tipp: Wer den erzeugten Solarstrom (anteilig) selber nutzt, kann die erzielbare Rendite deutlich steigern – je höher der Eigenverbrauchsanteil und je höher der Preis für Haushaltsnetzstrom steigt, desto besser wird die Rendite-Bilanz. Berechnen lassen sich die Effekte beispielsweise mit dem empfehlenswerten Solarstromrechner (auf Basis von Excel) unter www.test.de.

Um den Eigenverbrauchsanteil künftig markant zu erhöhen (über 50 Prozent), sind zum einen intelligente Steuerungssysteme für die Hausgeräte sowie leistungsfähige und bezahlbare Batterie-Speicher erforderlich. Hier besteht noch Nachholbedarf bei Forschung und Entwicklung. Erste Produkte sind jedoch schon im Markt verfügbar.

Anlagenbesitzer tragen ein unternehmerisches Risiko
Photovoltaikanlagenbesitzer dürfen nie aus dem Blick verlieren, dass sie zwar eine garantierte Vergütung für ihre Investition erhalten, doch als Solarunternehmer dafür auch bestimmte Risiken tragen müssen – und dies mindestens 21 Jahre lang. Damit die geplante Solarrendite auch in der Praxis erzielt wird, gilt es penibel darauf zu achten, dass die Photovoltaikanlage dauerhaft möglichst optimale Erträge liefert. Entscheidende Voraussetzungen dafür sind die richtigen Standortbedingungen, und dass ein Fachmann die Solarstromanlage plant sowie qualitativ hochwertige, aufeinander abgestimmte Bauteile verwendet und diese richtig montiert.

Nach der Fertigstellung sollte der Betreiber seine Anlage regelmäßig kontrollieren, damit die Erträge stimmen und die Kalkulation aufgeht. Hilfreich ist es, die Erträge mit denen anderer Anlagenbetreiber übers Internet zu vergleichen, zum Beispiel unter www.pv-ertraege.de oder auch unter www.pv-log.com. Auf diese Art lassen sich unter anderem auch (versteckte) Störungen frühzeitig erfassen oder Optimierungspotenziale erkennen.

Und wer viel Geld, vielleicht sogar kreditfinanziert, in seine Solarstromanlage investiert hat, sollte sich für mögliche Problemfälle absichern und zum Beispiel eine spezielle Photovoltaik-Versicherung mit Rundum-Schutz abschließen. Auch die Investition in eine Steuerberatung kann sich rechnen.

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