renovieren.de Renovieren, Modernisieren, Sanieren

Sicher und komfortabel im Bad

17.07.2014

Zu einem zeitgemäßen Badkonzept gehört heute ein ansprechendes, zeitloses Design genauso wie der Abbau von Barrieren – und eine möglichst funktionale, schlüssige Integration der einzelnen Badkomponenten in die Architektur des Raums. Mehr Komfort, mehr Flexibilität und eine zukunftssichere Gestaltung sind dabei gefragt. Nachhaltig ist die Investition nur dann, wenn die Einrichtung auch im Falle körperlicher Einschränkungen nutzbar bleibt. Das Bad soll schließlich für Jahrzehnte halten.

Dreh- und Angelpunkt des barrierefreien Bades ist die Dusche. Unabhängig vom Alter ist die bodenebene Dusche eine komfortable und ästhetisch ansprechende Lösung. Bodenebene Duschen sparen Platz, lassen sich auch in knifflige Badgrundrisse integrieren und funktionieren dank spezieller Einbaulösungen häufig auch im Altbau.

Eine Alternative zur Duschfläche ist die Duschrinne. Das ist ein Linienablauf mit herausnehmbarem Rost, der in der Regel in den gefliesten Boden eingebaut wird. Auch hier gibt es Lösungen für die Montage im Altbau – im Neubau ist die Installation in der Regel kein Problem. Ablageflächen und Haltegriffe machen sich nützlich unter jeder Dusche – kombiniert mit rutschfesten Fliesen oder einer speziellen Anti-Rutsch-Beschichtung der Duschfläche beugt das Ausrutschern vor. Montagekonsolen für Haltegriffe und Klappsitze lassen sich vorbereiten, sodass diese Alltagshilfen im Bedarfsfall nachgerüstet werden können.

Badewanne: Die große Barriere
Badewannen werden, rein statistisch gesehen, selten genutzt – und doch sind sie ein absolutes Komfortelement. Sie dienen der Entspannung, der Reinigung oder dem Auskurieren von Erkältungen. Ein rutschsicherer Zugang zur Wanne gehört genauso zu einer zeitgemäßen Ausstattung wie eine Hilfe beim Einstieg: entweder in Form von Haltegriff und Stufe oder – falls die Badewanne vornehmlich als Dusche genutzt werden soll – mit einer Türe, die einen möglichst barrierefreien Einstieg ermöglicht. Auch über die Einbauhöhe sollte sich der Bauherr Gedanken machen. Für eine angenehme Sitzposition empfehlen sich Wannen in Körperform oder mit geneigter Sitzlehne – auch hier angepasst an die Bedürfnisse des Nutzers.

Raum lassen um den Waschtisch herum
Ob beim Zähneputzen, Rasieren, Schminken oder eben Waschen: Der Waschtisch spielt eine wichtige Rolle im Badalltag. Der Verzicht auf spitze Ecken und Kanten reduziert Verletzungsgefahren. Ablageflächen sollten möglichst im Griffbereich angebracht, die Beleuchtung blendfrei und der Spiegel neigbar sein, damit sie sich auch im Sitzen nutzen lassen. Und Haltegriffe in Nähe des Waschtischs beziehungsweise entsprechende Vorrichtungen dafür sollten in der Planung berücksichtigt werden. Alternativ empfehlen sich auch Griffmulden im Becken – oft unsichtbar an der Beckenunterseite. Und für mehr Bewegungsfreiheit sollte der Platz um den Waschtisch herum nicht zu sehr vollgestellt werden. Wer für alle Eventualitäten vorsorgen will: Damit der Waschtisch auch mit einem Rollstuhl zu erreichen ist, kann dieser unterfahrbar sein.

Oft unterschätzt wird die Rolle eines entsprechenden Lichtkonzepts. Doch bei Sehschwäche kommt dem Licht eine entscheidende Rolle zu. Generell gilt: Lampen sollten individuell abgestimmt sein und genau dort leuchten, wo sie auch gebraucht werden. Als Unterstützung dient ein auf Kontrast optimiertes Konzept bei Material und Farbe. Etwa bei Spültasten am WC, die am besten so installiert werden, dass die Sitzposition nicht geändert werden muss. Oder sich gleich berührungslos auslösen lassen.

Dusch-WCs und Höhenverstellbarkeit
Mehr Hygiene und mehr Komfort – und das nicht nur im Alter – ermöglichen sogenannte Dusch-WCs. Im ostasiatischen Raum längst weit verbreitet, sind sie in Deutschland immer noch ein Geheimtipp. Volkskrankheit Hämorrhoiden: Ein Dusch-WC erspart die zuweilen kratzige Reinigung des Pos mit WC-Papier, lindert Beschwerden oder kann sogar Erkrankungen vorbeugen. Sie verfügen über eine Bidet-Düse mit erwärmtem Wasser und meist auch einen Föhn im WC-Becken. Es gibt diese Hightech-WCs auch mit beheizbarem Sitz und diversen Feineinstellungen. Auf dem Markt verfügbar sind sowohl komplette Dusch-WCs als auch nachrüstbare Aufsatzmodelle. Empfehlenswerte Ergänzung für bequemes und sicheres Aufstehen und Sitzen sind zudem vorbereitete Stützklappgriffe an beiden Seiten sowie höhenverstellbare WCs. Und auch hier gilt: eine möglichst große Bewegungsfläche ist ein wichtiger Baustein für die barrierefreie Planung.

Das barrierefreie Bad ist definitiv eine anspruchsvolle Planungsaufgabe. Daher empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit zertifizierten Sanitärfachbetrieben für barrierefreien Ausbau. Die Architektenkammern und Kreishandwerkerschaften geben Auskunft über solche Betriebe und beraten gerne auch über staatliche Fördermöglichkeiten. So bietet die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau in Frankfurt für Wohnungen, die altersgerecht umgebaut werden, zinsverbilligte Kredite an. Aber wie schon gesagt: Komfort und Sicherheit sind keine Fragen des Alters, sondern der Einstellung und Prioritätensetzung.   

Im Sitzen zu duschen ist äußerst bequem. Eine elegante Lösung bietet dieser Klappsitz. Keuco
"Artlift" ist eine Kombination aus Dusche, Badewanne  und Komfort-Hebesitz. Über eine Tür, die fast bis zum Boden reicht, kann man mühelos in die Wanne einsteigen. Artweger
Bodenebene Duschen sind mittlerweile schon fast Standard - gerade bei der barrierefreien Badgestaltung. Bette
Sicherheit und Komfort gehen Hand in Hand und zahlen sich auch für die junge Generation aus. Roth Werke
Die "Pro Generationenbad-Line" setzt auf normgerechten Komfort. Laufen
Wer die Dsuche durchgängig gefliest habe möchte, kann auf Dachrinnen zurückgreifen. Tece

anzeigen