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Schornstein: Jetzt auf Durchzug schalten!

15.05.2011

Wer seine alte Heizungsanlage auf moderne Brennwerttechnik umstellt, muss in der Regel entweder den vorhandenen Schornstein sanieren oder aber eine neue Abgasleitung installieren lassen.

Denn die Installation einer modernen Feuerstätte mit niedrigen Abgaswerten hat häufig zur Folge, dass der Durchmesser des alten Schornsteins zu groß für die neue Heizung ist. Moderne Schornsteine sind den Herausforderungen aktueller Heiztechnik gewachsen. SchiedelDie Abgase werden zu langsam abtransportiert und der Wasserdampf, der bei der Verbrennung entsteht, kann so an der Innenseite des Schornsteins kondensieren. Dies führt zu Durchfeuchtung, fortschreitender Zerstörung des Schornsteins und letztlich zu teuren Bauschäden. Die Schornsteinsanierung ist deshalb eine notwendige Maßnahme.

Die Experten des RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung raten: Bevor Sie einen neuen Kessel installieren, sollten Sie den Standort der Heizungsanlage auch im Hinblick auf eine problemlose Abgasführung prüfen.

In aller Regel müssen Sie, wie oben bereits angesprochen, beim Austausch Ihres alten Kessels den Schornstein den Anforderungen des neuen Heizkessels anpassen. Dabei wird ein korrosionsbeständiges Abgasrohr aus Edelstahl, Keramik oder Kunststoff in den alten Schornstein eingezogen.  Die Sanierungskosten bei einem Einfamilienhaus beginnen ab etwa 1200 Euro.

Wer sich für eine neue Abgasleitung entscheidet, sollte den bestehenden Schornstein erhalten, um darin später Leitungen zu verlegen, zum Beispiel für eine Solaranlage oder eine Lüftungsanlage. Die Abnahme der Heizungs- und der Abgasanlage muss durch den Bezirksschornsteinfeger erfolgen. Beauftragen Sie deshalb nur eine eingetragene Fachfirma sowohl für die Installation der Heizungsanlage als auch für die Schornsteinsanierung.

Auch bestehende Bauten, die bislang noch keinen Schornstein besitzen, können mit modernster Schornsteintechnik nachgerüstet werden. Außenschornsteine aus Keramik und Edelstahl bieten sich an. Sie werden auf einfachste Weise mithilfe einer Wandkonsole und Wandhaltern nachträglich an die Außenfassade des Hauses montiert.

Wichtig: Die luftdichte Gebäudehülle von gut sanierten Häusern behindert die Luftzufuhr. In diesen Fällen gilt für die Zentralheizung die sogenannte raumluftunabhängige Verbrennungsluftzufuhr mittels Schornstein als „Stand der Technik“. Experten empfehlen sie auch für Öfen (und Kamine), die in kleineren Räumen stehen.

Schornsteinsysteme mit integrierter Verbrennungsluftzufuhr verhindern zusätzlich negativen Windeinfluss. Selbst bei einem Holzfeuer tritt keine Rauchbelästigung auf. Bei entsprechend geprüften Feuerstätten ist ein gleichzeitiger Betrieb von Ofen und Lüftungsanlage erlaubt.

Mit dem "Triva eco" lässt sich das auf drei Säulen basierende Heizen, zum Beispiel mit Pellets, fossilen Brennstoffen und Solarenergie, im Einfamilienhaus einfach und effizient umsetzten. ErlusABC DER ABGASTECHNIK
Abgasanlage
Neuer Oberbegriff für alle Arten der Abgasführung ist die Abgasanlage. In der DIN V 18160 Teil 1, Abschnitt 3.1 wird eine Abgasanlage wie folgt definiert: Aus Bauprodukten hergestellte bauliche Anlage wie Schornstein, Verbindungsstück, Abgasleitung oder Luft-Abgas-System für die Ableitung der Abgase von Feuerstätten. Zu den Abgasanlagen zählen auch Anlagen zur Abführung von Verbrennungsgasen ortsfester Verbrennungsmotoren. Eine Abgasanlage umfasst also alle Bauteile, die der Abführung von Abgasen von der Feuerstätte bis ins Freie dienen. Je nach ihrer Anwendung wird der senkrechte Teil der Abgasanlage unterschieden in: 

 

Schornstein
Abgasanlage, die rußbrandbeständig ist. Feuerstätten für feste Brennstoffe (Holz, Kohle) müssen an Schornsteine angeschlossen werden. Bei der Verbrennung von festen Brennstoffen kann Ruß entstehen. Lagert sich dieser Ruß innerhalb des Schornsteins ab, kann es zu einem Rußbrand kommen. Neben den Feuerstätten für feste Brennstoffe können an einen Schornstein auch Feuerstätten für gasförmige oder flüssige Brennstoffe (Heizöl EL, Erdgas, Flüssiggas) angeschlossen werden. 

 

Abgasleitung
Abgasanlage, die nicht rußbrandbeständig sein muss. An diese nicht rußbrandbeständige Abgasleitung dürfen nur Feuerstätten für gasförmige oder flüssige Brennstoffe (Heizöl EL, Erdgas, Flüssiggas) angeschlossen werden, da in der Regel bei dem Betrieb dieser Feuerstätten kein Ruß anfällt. 

 

Luft-Abgas-System
Abgasanlage mit nebeneinander oder ineinander angeordnetem Schacht. Das Luft-Abgas-System führt der Feuerstätte Verbrennungsluft über den Luftschacht aus dem Bereich der Mündung der Ab- gasanlage zu und die Abgase über den Abgasschacht über das Dach ins Freie ab. Je nach angeschlossener Feuerstätte muss das Luft-Abgas-System rußbrandbeständig (Festbrennstoff) oder nicht rußbrandbeständig (Öl, Gas) ausgeführt werden.

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