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Mit Sonnenwärme heizen und duschen

06.10.2015

Das Dach erhält eine Solarthermieanlage, die auch zur Heizungsunterstützung dient. Jedes Kollektor-Modul der Anlage besteht aus mehreren Vakuum-Röhren. ParadigmaNach Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft wurden im vergangenen Jahr etwa 112 000 neue Solarwärme-Anlagen in Deutschland errichtet. Der Verband rechnet in diesem Jahr vor dem Hintergrund verbesserter Zuschüsse mit einer Modernisierungswelle und einer weiter steigenden Nachfrage.

Grundsätzlich ist die Solarwärmenutzung in fast ganz Deutschland sinnvoll möglich, obwohl die südlichen Bundesländer, mit Blick auf die Solareinstrahlung, etwas im Vorteil sind. Doch letztlich sind für den tatsächlich geernteten solaren Ertrag die konkreten Standortbedingungen, die eingesetzte Technik und die Einbindung in das Heizsystem des Gebäudes entscheidend.

Am häufigsten auf deutschen Dächern sieht man die relativ preiswerten Flachkollektoren (l.). Vakuum-Röhrenkollektoren lassen sich einfacher und exakter zur Sonne ausrichten. VaillantEingefangen wird die Sonnenwärme von Solarkollektoren, die aus Kostengründen meist oberhalb der Dachsteine montiert werden. Optisch schöner sind sogenannte Indachanlagen, die in die Dachhaut integriert sind. Die Bauart, die man am häufigsten sieht, sind rechteckige Flachkollektoren. Diese lassen sich allerdings bei gering geneigten Dächern (unter 20 Grad) und bei Flachdächern nicht (richtig) beziehungsweise nur mit einem Spezial-Montagegestell betreiben.

Beim Vakuumröhrenkollektor sind mehrere Glas-Röhren zu einem Kollektor zusammengefasst. Vorteilhaft ist, dass sich die Röhren drehen und ideal zur Sonne ausrichten lassen. Aus diesem Grund können sie auch senkrecht, zum Beispiel an der Hauswand, oder waagerecht auf einem Flachdach montiert werden. Vakuumröhren haben technisch bedingt eine höhere Leistung als Flachkollektoren, sind aber auch deutlich teurer.

Um mit Flachkollektoren hohe Solarerträge zu ernten, ist eine genau nach Süden oder eine zwischen Südost und Südwest ausgerichtete Dachfläche am besten geeignet. Falls eine Solarthermieanlage nur die Trinkwassererwärmung hauptsächlich während der Sommermonate übernehmen soll, empfiehlt sich ein Neigungswinkel von rund 30 bis 50 Grad.

Steht die Um die kostbare Solarwärme effizient zu nutzen, empfiehlt sich der Einsatz von Solarspeichern. RatiothermFunktion der Heizungsunterstützung im Vordergrund, die meist im Frühjahr und Herbst genutzt wird, ist eine Neigung von rund 45 bis 70 Grad besser. Die von den Kollektoren eingefangene Wärme wird über den Solarkreislauf, der aus zwei wärmegedämmten Rohrleitungen besteht, zum Solarspeicher transportiert. Im Inneren der Leitungen zirkuliert dazu eine frostsichere Solarflüssigkeit, die die Sonnenenergie über einen Wärmetauscher an das Wasser im Speicher abgibt. Eine Solarpumpe sorgt dafür, dass der Kreislauf vom und zum Dach in Schwung bleibt.

Der Solarspeicher dient zur Aufbewahrung des solar erwärmten Wassers, bis es im Haus für Heizzwecke oder zur Warmwasserbereitung benötigt wird. Bei heizungsunterstützenden Solaranlagen wird entweder ein Puffer- oder Kombispeicher installiert, an den sich weitere Wärmeerzeuger, wie Öl- oder Gas-Brennwertkessel, anschließen lassen. Um die wertvolle Solarwärme möglichst verlustarm über einen längeren Zeitraum aufzubewahren, muss der Solarspeicher vor allem in einer durchgehend dicken Dämmschicht stecken (min- destens acht bis zehn Zentimeter). Ausgeklügelte Konstruktionen und Einbauten für eine optimierte Wärmeeinschichtung erhöhen die Effizienz zusätzlich.

Eine typische Flachkollektoranlage zur Warmwasserbereitung fürs Eigenheim ist etwa vier bis sechs Quadratmeter groß und kostet durchschnittlich etwa zwischen 4.000 und 6.000 Euro.

Solarthermieanlagen, die die Heizung unterstützen, nennt man auch Kombi-Solaranlagen. Diese Systeme  decken – bei üblicher Dimensionierung und je nach Dämmstandard des Gebäudes – 15 bis 30 Prozent des Jahres-Gesamtwärmebedarfs; bei Niedrigstenergie- und Passivhäusern kann der Deckungsanteil sogar bei zirka 40 bis 70 Prozent liegen. Die Investitionskosten von typischen Kombi-Anlagen, mit einer 9 bis 12 Quadratmeter Kollektorfläche, liegen zwischen etwa 8000 und 12 000 Euro.

Qualitativ hochwertige Solarkollektoren können übrigens selbst nach über 25 Jahren noch kostenlos und umweltfreundlich Wärme produzieren – fachgerechte Auslegung und Montage vorausgesetzt. Die Systeme sind relativ wartungsarm. Es empfiehlt sich jedoch, einen Fachmann von Zeit zu Zeit vor allem den Anlagendruck sowie den Zustand der Solarflüssigkeit prüfen zu lassen.

Die Aufdachmontage der Solarkollektoren lässt sich auf bestehenden Dächern preiswert realisieren. Brötje
Solarkollektoren lassen sich auch auf nach Süden ausgerichteten Vor- oder Garagendächern mittels spezieller Montagegestelle aufstellen. Vaillant.
Im Rahmen einer Dachsanierung wurden die Flachkollektoren nicht nur in die Dachhaut integriert, sondern auch  harmonisch in das Raster der Dachflächenfenster eingebunden. Roto



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