Kalkschutz
Über fünfzig Prozent der deutschen Haushalte werden mit sogenanntem harten Wasser beliefert. Die Härtebildner, die zu den Kalkablagerungen führen, sind Calcium- und Magnesiumverbindungen. Als Folge der Steinbildung können Funktionsstörungen und Schäden in Trinkwassererwärmungsanlagen und Warmwasser-Heizungsanlagen entstehen.
Kalkbeläge auf Wärmeübertragungsflächen reduzieren den Wärmedurchgang, Rohrquerschnitte werden vermindert, Regel- oder Thermostatventile können durch losgelöste Kalkpartikel geschädigt werden. Bereits eine Kalkschicht von einem Millimeter Dicke auf Heizflächen führt zu einem Energieverlust von zehn Prozent.
Gerade modernste Heiztechnik in kompakter Bauweise mit geringen Querschnitten, kleineren Wärmeübertragungsflächen und mit sensibler Mechanik ist besonders anfällig für im Wasser gelöste Härtebildner. Langfristig kann die komplexe Technik nur dann mit einem guten Wirkungsgrad arbeiten, wenn das Wasser im Heizkreislauf in einem perfekten Zustand ist und bleibt.
Weiches Wasser für den Heizkreislauf bei Erst- und Nachbefüllung
Wird bei der Erstbefüllung der Heizungsanlage herkömmliches, hartes Trinkwasser verwendet, fallen die gelösten Mineralien bei der späteren Erwärmung aus und bilden Ablagerungen. Die Anlage verschlammt, Pumpen, Fühler und Ventile erleiden Schäden. Durch die Verwendung von technisch ideal aufbereitetem Wasser kann dies verhindert werden.
Der Heizungsinstallateur setzt hierbei ein mobiles System zur Heizwasseraufbereitung ein, mit dessen Hilfe er das Wasser, zugeschnitten auf die Werkstoffe der Anlage, entweder enthärtet oder auch komplett entsalzt.
Da immer etwas Wasser aus einer Heizungsanlage entweicht, muss hin und wieder Wasser nachgefüllt werden. Durch die Installation einer Enthärterkartusche wird sichergestellt, dass auch über das Ergänzungswasser keine Steinbildner in die Anlage eingebracht werden.
Kalk bleibt im Wasser, fällt aber nicht aus
Verkalkungen im Trinkwassersystem können auf verschiedene Weise vermieden werden. Mit sogenannten alternativen Behandlungsmethoden holt man den Kalk nicht aus dem Wasser, stabilisiert ihn jedoch so, dass er sich nicht in den Rohren, Boilern usw. absetzt. Gearbeitet wird hier mit unterschiedlichen Funktionsprinzipien. Die Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) prüft die Geräte und erteilt das DVGW-Zertifikat, wenn die Wirksamkeit des Verfahrens sowie alle technischen und hygienischen Grundvoraussetzungen erfüllt sind.
Klassische Enthärtung im Ionenaustauschverfahren
Wirklich enthärtet wird das Trinkwasser mit Hilfe von Ionenaustauschern. Ein Kunststoffgranulat tauscht die Calcium- und Magnesiumionen gegen Natriumionen aus. Bei Bedarf wird das Granulat mit Regeneriersalz automatisch regeneriert. Da weiches Wasser nicht in der Lage ist, Korrosionsschutzschichten zu bilden, werden bei Installationen mit Stahl- und Kupferrrohren dem Wasser noch kleine Mengen verschiedener Mineralstoffkombinationen zugeführt.
Für die Betreiber von Solaranlagen werden Enthärter angeboten, die zweierlei Wasserhärten produzieren können – extrem weiches für die Solarthermie und weiches für das Trinkwasser.
Wasserhärten im Überblick

Ab 2, 5 Millimol Calziumcarbonat je Liter ist eine Enthärtung angeraten.
Die Härtebereiche 1 bis 3 sind im Wasch- und Reinigungsmittelgesetz von 2007 festgelegt. °dH ist die alte Maßeinheit „Grad deutscher Härte“(bis 1986).
Informationen zum Härtegrad erhält man bei den Stadtwerken, bei der Gemeinde oder über die Postleitzahleneingabe auf den Internetseiten vieler Unternehmen aus dem Bereich Wasseraufbereitung.

