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Holzwärme aktiv nutzen

14.10.2014

Der Pellet-Primärofen "ivo.tec" von Wodtke (Heizleistung maximal 13 Kilowatt) kann bei Bedarf das gesamte Gebäude beheizen. Praktisch ist der optionale Vorratsbehälter "ivo.tower" für 150 kg Pellets.Gerade an einem klirrend kalten Winterabend sorgt ein flackerndes Holzfeuer für wärmendes Wohlbefinden und ein angenehmes Gefühl der Behaglichkeit. Waren früher vor allem große Kachelöfen sehr beliebt, ist in den letzten Jahren der Absatz von Kaminöfen explodiert. Ein Hauptgrund für diesen Trend ist, dass es ihn in vielen Preisklassen für jeden Geldbeutel gibt: von einigen Hundert Euro angefangen fürs Einsteigermodell bis hin zum Schmuckstück für mehrere Tausend Euro. Dabei sind der Vielzahl von Größen, Formen, Materialien und Designs fast keine Grenzen gesetzt. Manche Ausführungen ähneln inzwischen sogar einem Fernsehgerät und sind dreh- oder schwenkbar.

Große Produktvielfalt bei Kamin
öfen und Heizkaminen
Ein weiterer Vorteil des Kaminofens ist, dass es ihn sowohl mit relativ kompakten als auch großzügigen Abmessungen gibt, und er sich so in unterschiedlich große Wohnräume passend einfügen lässt. Und wenn man umzieht, kann man ihn mitnehmen, falls es im neuen Domizil einen geeigneten Schornsteinanschluss gibt. Kaminöfen verfügen über einen geschlossenen Feuerraum. Ein kaufentscheidendes Detail ist deshalb auch die Größe und Form der Glasscheibe, durch die man das Feuerspiel besser oder weniger gut beobachten kann. Wichtig ist, beim Kauf darauf zu achten, dass sich die Scheibe leicht reinigen lässt und schon während des Betriebs möglichst wenig verschmutzt, zum Beispiel mittels einer integrierten Scheibenluftspülungsfunktion. Zudem sollte man beim Produktvergleich unter anderem auf die Heizleistung, den Wirkungsgrad, die Emissionswerte sowie auf Zusatzeinrichtungen zur Wärmespeicherung achten.

Neben den Kaminöfen durchaus beliebt sind heute auch die teureren Heizkamine und Kamineinsätze beziehungsweise Brennzellen. Denn diese verfügen über eine meist größere Scheibe bis hin zur sogenannten „Panormaverglasung“, sodass man einen großzügigeren Blick aufs Holzfeuer hat. Es gibt sogar Modelle, die den Blick übers Eck oder von zwei Seiten aus ermöglichen. Kamine erlauben, im Vergleich zu klassischen Kachelöfen (Grundöfen) und offenen Kaminen, eine höhere Flexibilität bezogen auf das Design sowie auf die verwendeten Materialien. Zudem sind sie sind hinsichtlich ihres Heizverhaltens wesentlich komfortabler und energetisch effizienter als ein offener Kamin, weil bis zu etwa 70 Prozent der Wärme in den Raum gelangt.

Pelletöfen bieten einen durchgängig hohen Heizkomfort
Pellet-Kaminöfen machen das Heizen zu einer entspannten Sache, weil sie – dank Mikroprozessorsteuerung und elektrischer Zündeinrichtung – automatisch arbeiten. Die Pellets werden richtig dosiert dem integrierten Brenner zugeführt. Entweder aus einem integrierten Vorratsbehälter, der manuell per Pelletsackware nachgefüllt wird, oder direkt aus einem Pellet-Zentrallager. Letzteres empfiehlt sich vor allem aus Komfortgründen bei einem großen Jahresbrennstoffverbrauch; zudem sind lose Pellets günstiger in der Anschaffung. Auf diese Art kann man selbst bei längeren Abwesenheitsphasen den Wohnbereich beheizen. Und in Verbindung mit einer automatischen Entaschung und leisen Betriebsgeräuschen wird das Heizen mit den Holzpresslingen sehr komfortabel für die Hausbewohner.

Im Vergleich zu den klassischen Kaminöfen ist die Sichtscheibe bei Pelletöfen meist etwas kleiner und das Flammenspiel sieht etwas anders aus. Zudem liegt der Produktgrundpreis in der Regel deutlich höher. Und designorientierte Spitzenmodelle mit hochwertiger Technik können schon mal 5000 bis 10 000 Euro kosten – insbesondere, wenn man die Öfen in das Heizsystem des gesamten Hauses integrieren möchte. Tipp: Wer in einem älteren Eigenheim einen wasserführenden Pelletofen nachrüstet, kann dafür einen staatlichen BAFA-Zuschuss von 1400 Euro bekommen.

Der puristische Durchsicht-Kaminofen "A8" verfügt über zwei gegenüberliegende Sichfenster, sodass man das flackernde Feuer von zwei Raumbereichen aus beobachten kann.Holzwärme lässt sich auch im ganzen Haus nutzen
Pellet- und Holz-Öfen sowie Heizkamine können ihre Wärme aber nicht nur in den Aufstellraum abgeben. So gibt es inzwischen eine große Zahl von sogenannten wasserführenden Modellen beziehungsweise von Modellen mit Wasseranschluss, die über einen integrierten Wärmetauscher verfügen. Mit dessen Hilfe lässt sich ein Großteil der bei der Holzverbrennung gewonnen Energie fürs Zentralheizsystem nutzen. Dazu wird die Ofenwärme über ein Rohrsystem (Vor-/Rücklauf) in einen Heizwasserpufferspeicher, der meist im Heizraum steht, eingespeist und dort so lange zwischengelagert, bis sie zur Raumheizung oder zur Warmwasserbereitung benötigt wird. Reicht die verfügbare Energie dafür nicht aus, springt der zentrale Wärmeerzeuger an. Mit dieser Strategie kann der Hausbesitzer Öl, Gas oder Wärmepumpenstrom sparen – abhängig von der Heizdauer und von der wasserseitigen Heizleistung des Ofens oder Kamins.

Dort, wo möglichst viel Holzwärme so effizient und komfortabel wie möglich ins Zentralheiznetz eingespeist werden soll, sind Pelletöfen am besten geeignet. Denn neben der automatischen Betriebsweise und Brennstoffzufuhr besitzen wasserführende Pelletöfen noch zwei weitere Vorteile: Sie haben eine sehr hohe wasserseitige Leistung, die bis zu 95 Prozent (bezogen auf die Nennheizleistung) betragen kann.

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