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Bivalente Heizanlage

12.11.2015

Viele Ein-, Doppel- und Reihenhäuser, die zwischen den Jahren 1950 und 1980 erbaut wurden, entsprechen nicht mehr dem heutigen energetischen Standard. Für Hausbesitzer lohnen sich Investitionen, die den Wohnkomfort erhöhen und den Energieverbrauch senken. Im Hinblick auf den Klimaschutz sind sie sogar dringend notwendig. Vor allem die Umrüstung der Heizungsanlage trägt zur CO2-Einsparung bei. 

Energetisch auf Vordermann gebracht, bietet das Wohnhaus auch eine Solarstromanlage, deren Stromertrag ins Netz eingespeist wird. (www.stiebel-eltron.de)

„Ursprünglich war nicht geplant, die Wärmeverteilung im Haus zu verändern. Da die Heizkörper bleiben sollten und man deshalb bei kalten Außentemperaturen eine Vorlauftemperatur von 60 Grad benötigt, hat sich die Familie entschlossen, den alten Ölkessel nicht abzubauen, sondern eine bivalente Anlage zu errichten,“ so Matthias Schirmer, Inhaber der Sanitär- und Heizungsfirma Schirmer Innovative Haustechnik. Und er erläutert die Beweggründe der Familie Stemmer aus Schöntal-Berlichingen, bei der Sanierung der Heizungsanlage nicht auf eine alleinige Wärmepumpenlösung zu setzen, wie folgt:

„Das Argument, der Kessel ist ja noch funktionstüchtig, hören wir häufig“, so der Experte. „Dann müsse man im Einzelfall entscheiden, was die beste Lösung ist.“ Und Stiebel Eltron-Fachberater Ralf Könen sagt: „Grundsätzlich sind Wärmepumpen geeignet, die Wärmeversorgung eines Hauses alleine zu übernehmen – auch bei Sanierungen. Dennoch fragen viele Hausbesitzer, ob nicht der bestehende Kessel eingebunden werden kann.“ Gerade bei Luft-Wärmepumpen soll dann der Brenner unterstützend zuheizen, wenn die Außentemperaturen sehr tief sind. Deshalb gibt es für diese sogenannte bivalente Betriebsweise passende Geräte, insbesondere auch die entsprechenden Speicher.

Beim bivalenten Heizsystem von Familie Stemmer übernehmen zwei unterschiedliche<br />
Geräte die Wärmeerzeugung: Die neue Luft/Wasser-Wärmepumpe liefert die Grundlast, der bestehende Ölheizkessel deckt die Spitzenlast als preisgünstige Zusatzheizung. (www.stiebel-eltron.de)

Das Einfamilienhaus von Familie Stemmer, Baujahr 1963, mit rund 230 Quadratmetern Wohnfläche, wurde dann doch etwas anders und umfangreicher saniert als ursprünglich geplant. Im Ober- und Dachgeschoss ließ die Familie eine Fußbodenheizung installieren. Nur im Erdgeschoss sind die Heizkörper geblieben. Zudem wurden die Außenwände gedämmt sowie die Fenster zumindest teilweise erneuert. „Dadurch hat sich der Energiebedarf des Hauses drastisch verringert, so dass die gut 20 Jahre alte Ölheizung eigentlich nicht mehr notwendig wäre“, erklärt Installateur Matthias Schirmer.

Seit Inbetriebnahme der dann innen aufgestellten Wärmepumpe ist der Ölbrenner nur minimal gelaufen. „Aus den beiden 750-Liter-Öltanks, die wir im Herbst neu installiert haben, ist innerhalb der gesamten Heizperiode so gut wie gar kein Brennstoff verbraucht worden.“ Die benötigte Wärme wird also fast ausschließlich von der Wärmepumpe produziert. Der nebenstehende Kombispeicher hält das von den beiden Systemen erwärmte Heizungswasser vor. Außerdem wird das benötigte Trinkwarmwasser im Durchflussverfahren innerhalb des Pufferspeichers erwärmt. „Eine effiziente und absolut hygienische Lösung“, erklärt Ralf Könen.

Mehrere Kellerlichtschächte unterstützen die Raumbelichtung, die Wandöffnungen dienen aber auch zum Lufttransport zur innen aufgestellten Wärmepumpe. (www.stiebel-eltron.de)

Die Steuerung der beiden Wärmeerzeuger übernimmt der Wärmepumpenmanager. Diese moderne Regeleinheit entscheidet anhand von Außen- und Rücklauftemperatur, ob beziehungsweise wann der Ölkessel anspringen soll. Das sei bisher kaum der Fall gewesen, berichtet die Hausbesitzerin Michaela Stemmer. „Wir hätten nicht gedacht, dass die Wärmepumpe unser Haus so effektiv und kostengünstig beheizen kann – wir sind begeistert.“

Da sich die Inneneinheit der Wärmepumpe die Luft über die Außeneinheit ins Haus holt, ihr die Wärmeenergie entzieht und sie wieder nach draußen führt, sind Wandöffnungen erforderlich. Der Lufttransport erfolgt über zwei dicke Flexrohre – die Ansaug- und die Ausblasseite. Erforderlich sind also Wanddurchführungen und am besten ist es, man kann zwei Kellerfenster nutzen. Sind die Kellerwanddurchbrüche (zirka 55 x 55 cm) unterirdisch, so enden sie in Lichtschächten. Im Fall Berlichingen hat der Bauherr gleich mehrere Lichtschächte untergebracht. So konnte er neben dem An- und Ausblasrohr auch noch Licht in diesen und andere Kellerräume bringen. Ganz nach dem Motto: Wenn schon aufgraben – dann machen wir‘s gleich komplett.

Nach der Installation weist Profi Matthias Schirmer die Familie in die Technik ein. Der Energiemanager etwa steuert die Schaltvorgänge je nach Bedarf beziehungsweise Temperatursituation. (www.stiebel-eltron.de)

Zur haustechnischen Ausrüstung gehört übrigens auch noch eine PV-Anlage. Diese besteht aus 34 Modulen à 150 Watt = 5,1 kWp. Sie wurde 2013 installiert und ihr Ertrag ins Netz eingespeist. Die Wärmepumpe läuft über einen Extra-Zähler mit einem Wärmepumpentarif. Sie nutzt in diesem Fall also nicht den Solarstrom.

Weitere Informationen

Eingebaut wurden hier die Luft/Wasser-Wärmepumpe WPL  23  E plus Steuereinheit sowie der Kombispeicher SBS 801 mit 800 Liter Inhalt.

 

Hersteller: www.stiebel-eltron.de




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